Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 104
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Kegels befindet, deren beide Hälften Hr. v. Hammer in ver-
kehrter Anordnung gegeben hat, indem der betende Priester
dem Ormuzd nach Hammers Zeichnung den Rücken zuwen-
det. Der Anfang der bildlichen Darstellung ist durch ein
Scheidungs zeichen, wie wir dergleichen schon auf dev
im ersten Bande der Amalthea erklärten Walze gefunden ha-
ben, hinter Ormuzd's Kleide deutlich angegeben. Ormuzd
reicht demnach im Strahlenkreise die linke Hand dem über
den Symbolen des Lichtes und Feuers, die ein Mond über-
schwebt/ und ein flammendes Feuer auf seinem Gestelle von
Ormuzd scheidet, für das Gedeihen der hinter ihm abgebil-
deten Waizenähre betenden Priester, zum Zeichen der Erhö-
rung, entgegen.

35. Dieses mag einstweilen hinreichen zum Erweise des
Ormuzdsbildes in Königsgestalt, indem ich die Erläuterung
anderer Abbildungen des Ormuzd mit verschiedener Kopf-
bedeckung und von andern Symbolen begleitet für einen
künftigen Aufsatz Vorbehalte. Es bleibt mir also jetzt nur
noch Etwas über Fig. is* unserer Kupfertafel zu sagen
übrig, welche aus demselben Hefte der Fundgruben ent-
lehnt ist. Die Ursache, warum ich diese auf unserer Kupfer-
tafel aufnahm, ist nicht allein das Bild der unbegränzr
ten Zeit, welche als Göttermutter auch das Bild der
Fruchtbarkeit war (Hyde de rel. vet. Pers. p. 79.); son-
dern der ganze Inhalt derselben ist in vielerlei Hinsicht beleh-
rend für uns. So viel Aegyptisches sie zu enthalten
scheint, so reinpcrsisch ist Alles; selbst die Habichts-
oder Adler köpfe der beiden Genien entsprechen ganz
den Worten ^ Zoroasters bei Eusebius Praep. Ev. I, 10.
‘O Beo; iGtl xeCpaXjjy e^oov Ugaxog. S. Kleukers Anh»
z. Zend-Av. I. 2. S. 106 f. II. 2. S. 125 f. Reinper-
sisch ist der edelstcinene Schurz, welchen auch der
Lichtritter in den Fundgr. III, 3. PI. II. Fig. 12. und noch
kenntlicher der eben daselbst Fig. 9. im magischen Kreise mit
gestemmter Kraft das Fatum der endlosen Zeit festhaltende
Serosch trägt: denn daß daselbst Serosch verstanden werden
müsse, geht nicht nur aus den Dcwsvertreibendcn Troddeln
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