Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 120
DOI Heft: 10.11588/diglit.9752.4
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9752.6
DOI Seite: 10.11588/diglit.9752#0157
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1822/0157
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
120

plus promt que le cheval, plus promt que le veint,
plus promt que la pluie, plus promt que la nue,
plus promt que l’excellent chef etabli snr les oiseaux
(Iseschne Ha. LX1V.) Die Schnelligkeit des Fluges und
Schärfe des Gesichts bezeichnen den Habicht hinlänglich,
noch mehr der Umstand, daß er im Sendawesta wie bei
den Aegyptern der Dollmetsch des Himmels ist, und end-
lich die nach dem Zeugnisse Plutarchs und des Eusebius
beiden Völkern gemeinsame Hieroglyphik wodurch der
Habichtskopf als Bild der Gottheit galt. (Plutarchus
de Iside et Osiride c. 51« und Eusebii praeparatio-
nis evangelicae I. c.. io.) Da von den ägyptischen
Priestern sowohl als von den Magiern die Gottheit mit
einem Habichtskopfe gedacht ward: so war es natürlich, daß
die Figur dieses Vogels als Kopfbedeckung für glücklich und
heilig galt, daher die Habichtschwingcn als Kopfschmuck
ägyptischer Gottheiten und vermuthlich (als Symbol der
äußersten Schnelligkeit laut Plutarch) auch am Helme Mer-
kür' s; aber noch weit klarer findet sich diese Idee auf einer
alten sassanidischen Münze ausgesprochen, welche sowohl bei
Ousely, noch weit deutlicher aber bei Visconti in öcflcono-
grapbie Grecque, (planche LI. 7.) abgebildet ist; auf
derselben befinden sich drei Köpfe mit sonderbaren Hauben,
deren jede ein Thier vorstellet; die merkwürdigste derselben
ist die Habichtförmige. Ich bitte Sie recht sehr dieselbe
nachzusehcn, weil Sie sich. auf den ersten Anblick über-
zeugen werden, daß der Habicht die Mitra nachahmt,
oder vielmehr umgekehrt, daß die Mitra mit der überge-
bogencn Spitze nichts als den auf dem Kopfe zu gutem
Glücke aufsitzenden Habicht mit vorgcbogcncm Halse und
Kopfe vorstellcn soll.^ Nach allen diesen übereinstimmenden
Attributen des Eorosch und U^a’c, zweifle ich nicht, daß
der Nähme des letzten aus jenem des ersten entstanden
sey, wiewohl Sie mir entgegnen werden, daß Ugcdc, nur eine
Zusammenziehung von hoog ogvig sey. Eben so könnten
Sie mir mehrere andere griechische Wörter entgegnen, für
welche, nachdem dieselben einmahl für das griechische Ohr
loading ...