Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 134
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natürliche Ursache zum Grunde hatte, *) können wir

*) Strabo, der ein Aeuge dieses Tönens war, äußert sich dar-
über mit Bedenklichkeit, Lib. XVll. Tom. II. p. I>5g. 25. Falcon.
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7<bv 7iiäa>v out00 TETayfiivoov innEpinEGäai tov yyov. Pausa-
nias beschreibt den To» als den Laut, den eine Saite beim Jersprin-
gen von sich giebt. Oib. I. c. 42. (T. I. p. 161. nach Facius Aus-
gabe) : dvd näGav y/iipav dviGjcoVTOS ,/Ai'ou ßoä, Kai tov yyov
fiaXiGTa Eindsei tis KiSäpas y Tuvpas paytiays yopbys. Alexan-
der v. Humboldt im 4ten Tbeile seiner Reise in den Aequinoctial-
gegenden des neuen Welttheiles (Fersonsl N-irslive ok Travels in
tl,e T<;uinoet>sl Kegion« of tbo New Continent. Vol. IV. p. 560.)
giebt eine Nachricht von unterirdischen Tönen, die zwischen Felsen
oder Steinen am Orvuoko bei Sonnenaufgänge gehört wurden, und
schreibt die Erscheinung dem Hervorbrausen der innen, Luft zu, welche
mit der äußern in verschiedenem Verhältnisse der Wärme steht, da
denn dieser Unterschied bei Tagesanbrüche am größten ist. Er fügt
die auffallende Bemerkung hinzu, daß vielleicht die alten Einwohner
Aegyptens, indem sie den Nil häufig auf - und abfuhrcn, bei irgend
einem Felsen in der Thebais etwas ähnliches beobachtet hätten, wel-
ches die Priester auf die Gaukelei bei dem Memnonsbilde geführt
haben könnte. Daß bei dem Bilde selbst eine solche natürliche Ursache
vorhanden gewesen sey, will er nicht sagen, sondern daß die Beobach-
tung unterirdischer Laute an irgend einem andern Orte Veranlassung
gewesen scv, den Priesterbetrug zu erfinden. Man habe nämlich,
wenn man das Tönen des Memuons hören ivollte, Jemanden, der
es Hervorbringen mußte, neben oder unter dem Bilde versteckt. So
sey der Glaube entstanden. Die Französischen Gelehrten. Jomard,
Joiloi* und Devillier* hörten solche Laute bei Carnac.
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