Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 139
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Farbe der Masse zu dem Beiwort des Virgils, Niger
Memnon, beigetragen haben.

Hr. Belzoni ist der Meinung, wie er in einer Un-
terredung *) mit mir äußerte, daß diese zwei Bilder
am Eingänge eines großen Tempels, gleichsam als Pfört-
ner, gestanden haben könnten. Man sähe Trümmer genug,
sagt er, aus denen ein solcher Tempel habe bestehen
können. Es möge der Tempel des Mcmnon's gewesen
seyn: und innerhalb desselben habe wahrscheinlich das
eigentliche, tönende, oder sprechende Mcmnonsbild ge-
standen. Diese Vcrmuthung ist wenigstens so sinnreich,
daß sie angeführt zu werden verdient. Es muß erwähnt
werden, daß diese Bilder, so wie die andern, wovon
wir zu reden haben, und die Aegyptischen Bildsäulen
überhaupt sitzend bargestcllt sind. *&)

Wir wenden uns nun nach dem sogenannten Mcm-
nonium, dem Tempel, oder Pallaste des Memnon's, ***)

Am 23fceit Februar 1821.

**) Auf Norden's Kupfcrtafeln sind diese Bilder immer mit A
und B bezeichnet; B ist daselbst das nördlichste. Norden macht aber
über die Inschriften, und das vermeinte Tönen keine Bemerkung.

***) Diese Benennungen scheinen von D' Anville und Norde» berzn-
stammen. Die Französischen Gelehrten, Jollois und Devilliers,
sagen in der Description de l’Egypte. T. I. Antiquites. p. I2i.
Les ruines que nous nous proposons de decrire dans cette »ection,
ßoiit situees au nord - nord - ouest des grands colosses de la plaine
de Thebes. Elles ont ete designees «ous le nom de Memnonium
par X) Anville (Memoires sur l'Egypte, p. 205.) et sous celui
de Falais de IXlemnon par les Voyageurs modernes, entre les
quels il faut plus particulierement distinguer Norden, le dernier
qui ait publie des defsins des monumens de la Haute Egypte.
Die Stelle bei Norden, wo der Name ?a!ais de Memnon vorkömmt,
ist nach der französischen Ausgabe, T. i. p. ,69. zu lesen. Nous
passämes ensuite aux ruines, qu’ on trouve du cöte du Nord, et
qui ne sont pas bien eloignees de ces colosses. II n'-y-a point
de doute, que ce ne soient des reste» du Falais dt Memnon.
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