Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 155
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Daß es mit dem Gesichte vorher immer unten gele-
gen haben muß, beweist die vollkommene Erhaltung dessel-
ben, wobei nicht die geringste Spur der Verwitterung,
oder äußerer Verletzung, welche die Zeit hätte herbeiführen
müssen, zu bemerken ist- Endlich giebt der besagte Ge-
lehrte auch zu verstehen, was die Ursache der Verstümme-
lung war, nämlich, die große Schwere des Bildes. *)
Kein wirksameres Mittel, das Gewicht der Masse zu
vermindern, konnte sich freilich darbieten, als sie zu zer-
siückcn.

Zu diesen Gründen der Anklage kömmt die Sage
unter den Einwohnern der Gegend, **) daß die Franzosen
das Bild verstümmelt hatten. Und keine unbedeutende
Bestätigung derselben ist die Uebcrzeugung, welche Herr
Belzoni selbst bei sich hegt, daß die Franzosen wirklich
die Urheber der Missethat waren. ***) Die Männer, denen

über ganz natürlich, wenn es vorher mit dem Gesichte unten lag, und
die Franzosen es umgekehrt hatten. Die Worte tres fncile a voir
deuten ebenfalls an, daß es vorher nicht zu sehen war, weil nchmlich
das Gesicht unterwärts gekehrt war.

*) — le poids enorme de la figure. Jomard.

**) Burckhardt und Salt deuten sie zum Thcil an, crsterer in
seinem Briefe an the African Association ( Memoir of the life ot
Burckhardt p. LXXVF); The peasants of Gourne reported to
ine, that the French had in vain cndeavoured to carry off this
licad, and that thcy had even cut a hole in the lower part of
the bust to blow ofl part of the stone, and render it thus more
transportable. Herr Salt in seinem Verhaltungsschrciben an Bel:
zoni äußert sich so: — liaving in one of its slioulders a hole bo-
rcd artificially, supposed to have been made by the French for
separating the fragment of the body. Belzoni p. 27. In sei-

ner Unterredung mit mir am 2z. Februar 1821. erwähnte Herr Bel-
zoni dieses Gerücht unter den Eingeborne» ausdrücklich.

*•'-) In der eben genannten Unterredung mit mir erklärte Herr
Belzoni diese Ueberzcugnng in deutlichen und starke» Worten. Ich
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