Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 169
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fertigkeit vollbracht werden konnte, muß wohl eingestandcn
werden. Man denke nur an die genaue und feine Kenntniß
des Ebenmaßes (dieser schweren Aufgabe der Kunst*) die
erfordert ward, um diesen Ungeheuern Bildern eine gefällige
Gestalt zu geben; **) dann an die sorgfältige Vollendung
der einzelnen Theile. Das Bild ist reizend, ob es gleich
nicht eine Schönheit nach unfern Begriffen darstellt. Es ist
mit dem Eigcnthümlichcn von Aegypten angefüllt: und doch
gefallt cs dem Europäer. Die Lippen sind dick, die Augen-
braunen flach, die Nase gerundet, die Ohren hoch am

ticnlarly in the proportion of thc figures; and it is to be ob-
served tliat , tliougb tlie Egyptians wero unacquainted with ana*
tomy, yet in diese as well as in dieir statues of marble, tliey
preserved diat sweet simplicity, peculiar to themselves, which
is always pleasing to the beholder. ES gab viele schöne Bildwerke
in Aegypten, wovon Uederreste vorhanden sind. Bclzoni erwähnt
einen Kops, den er gesunden, wovon er sagt, p. i84-; it was of red
granite and of beautiful workmanshep. Die Massen, WotlN die
Aegyptischen Bildhauer arbeiteten, werden von ihm p. 179. genannt:
The Egyptians had only four 6orts of stones in general use for
sculpture, the, sandy, the culcareous, breccia, and granite. All
except the first are very liard; and what is singulär, we do not
know with what tools they were cut out. We have ocular de-
nionstration that die tools of die present day will not Cut gra-
nite, without great diificulty, and I doubt whether we could
give that smoothnefs of surface we see in Egypt.

*) Proportion. Man sehe die Bemerkungen, welche sich in mei-
ner Einleitung zu Goethe’s Observations on Leonardo da Vinci s
Last Supper, p. IX. X. XI. und XXXVII. über diesen Gegenstand
finden; ebenfalls eine Note zn Göthe p. 32.

**) Bei Figuren von übernatürlicher Große ist die Beobachtung
des Ebenmaßes die größte Schwierigkeit. Dieß hat Belzoni richtig

Zefühlt, p. 179- The wonderful sculptures of die Egyptians are
to bc admired for the boldnefs of their execudons. Their enor-
tnons size rendercd it difficult for the artists to maintain their
due proportion.
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