Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 174
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Zusätze

ju vorstehender Abhandlung«

Aa dem gelehrten und scharfsinnigen Verfasser des obi-
gen Aufsatzes in England manches unbekannt bleiben
mußte, was über Memnonicn und Memnvnebilder in
Deutschland neuerlich erforscht oder gemukhmaßet wurde:
so dürften hier zur Vervollständigung des Ganzen einige
Zusätze nicht ganz unwillkommen seyn.

Was nun die Memnvnsfabel selbst anlangt, so mag
jetzt wohl niemand mehr daran zweifeln, daß die bloß-
historische Ausdeutung dieser vom fernen Aethivpien bis
nach Troja wandernden Königsfigur aus Osten, dieses
Sohnes der Aurora, immer nur zu Mißgriffen verleitet
habe. Die Fabel, wäre sie auch auf irgend einen alten
Heros factisch begründet, gestattet für uns nur eine all-
gemeine symbolische Deutung. So weit wir ihre ältesten
Spuren verfolgen können, ist sie aus dem südlichsten Ober-
ägyptcn oder Aethivpien ausgezogen und über Vorderasicn
(Susa) bis nach Troja durchgedrungen. Zwei Haupt-
punkte scheinen durch die neuesten Untersuchungen zu einem
hohen Grad von Evidenz gebracht zu seyn. Memnon und
Phamenophis sind Eins. Die wahrscheinlichste Ableitung
dieses vielleicht nur in der griechischen Abbiegung verschie-
denen Wortes ist nach Jablonski's bis jetzt noch am
meisten genügenden Erklärung: *) Wächter der Ammons-

*) Zablonski Voces A.gyptiacae (Opusc. Vol. I.) p. Lg. In
der später» 1753* erschienenen Ausführung Syntagmata tvia da
Meranone Graecorum et Aegyptiorum ist er !M Ganzen V0N dieser

Abteilung nicht abgewichen. Auch Ereuzer pflichtet bei.
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