Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 179
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von dem rosenfarbigen, grobkörnigen Granit, aus welchem
die kolossale Hand im brittischcn Museum besteht, dieselbe,
welche die Britten den Franzosen nach der Schlacht bei
Abukir abnahmen und ins britrische Museum brachten.
Denn warum sollte nicht Belzoni's Behauptung, daß sic
einer Memnonsstatue zugehörte, noch den meisten Glauben
verdienen? * *)

Was nun die Benennung der hier abgebildeten und
erklärten Büste anbctriffr, so ist bei der eigentlichen Unbe-
stimmbarkeit der Figur und der daraus entspringenden
Nothwendigkeit, sich in ihrer Erklärung mit Wahrscheinlich-
keiten und Muthmaßungcn zu behelfen, der Name junger
Memnon wohl noch immer der brauchbarste. Denn in
die Klasse der sitzenden Memnonsstatuen gehört auch sie
ohne Widerrede. Die Beziehung aller dieser Bilder auf den
Horus, oder die Vorstellung der Sonne, welche in der
Sommerfonncnwendc am kräftigsten wirkt, scheint uubczwcj-
felt. Nenne man also auch diese Büste das Bild eines
Priesters des Horus und vergesse nur nicht, daß
wohl kein altägyprischcr König und Herrscher, wenn er in
Statuen und andern plastischen Bildwerken sich darstellen

genheit zu komme», welche aber Jacobs geradezu, und mit Recht, für
ungedenkbar erklärt.

*) Nur nicht der tonenden. Denn diese war entweder aus
schwarz gewordenem Sandstein, oder aus Basanit. (Wenn Noebden
gleich anfangs auch von Basalt spricht, so kannte er Butt mann's
ganz überzeugende Erklärung darüber nicht, in Wolf's Museum
der Alterthumskunde ll. Bandes istes Stück, S. 57 ff. der,
Alex. v. Hum b old's Fingerzeigen in seiner Schrift: über den
Basalt folgend, zeigt, daß wir überall statt Basalt, der aus einer
verdorbenen Lesart bei Plinius entsprang, Basanit sagen muffen.)
Aber es wurden auch die berrlichsten Bildwerke bei den Aegyprern
aus rvthlichem Svenit gearbeitet, welcher, wenn er eingesprengt ist,
*vPPoKoiKi\os hieß, nach Plinius XXXVI. S. IZ. S. Fea zu
Astnckelmann's Stoii» stelle Arti T. I. p. 129. oder Werke Hl, 359.
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