Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 187
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Umbildung der altagyvtiscben Königs - und Priestermützcn
ist. *) Es ist die bestimmte Tiara und Hauptbedeckung
der königlichen Priester- und Horusbilder, welche in ihrem
das Haupt umschließenden (also nicht Scheffelartig auf dem
Haupte bloß aufstehenden) Umfang und Ansehn viel ähn-
liches mit unfern militärischen Chakos hat, nur bald eine
ganz glatte Oberfläche darbietet, bald aber vorn über der
Stirn ein besonderes Majestätszeichen, wovon gleich die
Rede seyn soll, und kleine, um das Ganze herumlaufende
Verzierungsleistcn hat, wie gleichfalls auf unserer Mem-
nonsbüste zu bemerken sind. Es leidet keinen Zweifel,
daß, wo alles symbolifch und in fest bestehender Priester-
satzung bedeutsam ist, auch jede Zuthat der Art einer ge-
wissen Stufe oder Classification zugehörte, so wie auch
die über der Mütze hochemporragenden Sperberfedern nebst
andern Symbolen aus dem Pflanzenreich stets ihre genaue
Bezeichnung hatten und (wie noch jetzt in dem großen
östlichen Mandarinenreiche eine Feder mehr oder weniger,
höher oder tiefer getragen,) jedem aus dem Volk auf den
ersten Blick die Würde ankündigte, womit der Träger des
Abzeichens bekleidet war. **)

Das Majestätszeichen anlangend, so ist dieß nichts
anders, als die berühmte Knuph- Schlange oder der Uräus,
der gute Dämon, die wvhlthätige Götterkraft, das Sym-
bol des Demiurgen und seines Wirkens, das tausendmal

*) Auch Visconti widerlegt diese irrige Ansicht bei Erklärung
des Horuspriesters im Pio - Clemcntlno T.n. P 55., der eine ähnliche,
nur weniger geschmückte Kopfbedeckung h«t, und vergleicht Diodors Aus-
sage r. 62.

Den 0 n hat sich in den planches du Voyage dans la haute
et hasse Egypte das Verdienst erworben, auf der 11Z. Tafel 30 soge-
nannte coeffures hieroglyphiques neben einander zu stellen, wo die
N. l6. abgebildete am meisten mit der auf unserer Memnousbüste sich
darstellenden nbereinstimmt. lieber das Bedeutsame vergl. Andeu-
tungen zur Archäologie S.«.
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