Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 194
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dar; unfern Beobachtungen zufolge ist der Kopf desselben
ganz hübsch, die Glieder von einem etwas zu starken
schweren Charakter. Taf. LXI. Kleine Marmorgruppe;
ein sitzender Hermaphrodit, den Zudringlichkeiten eines Sa-
tyrs abwchrend. Man erfahrt aus dem Text, daß der
Satyr bis auf die eine Hand und geringen Theil eines
seiner Ziegenbeine durchaus von moderner Arbeit ist; eben
so am Hermaphroditen der linke auegestreckre Arm, vieles
vom rechten, der größere Theil des rechten Fußes, der
linke ganz, auch einige Stücke des Schenkel und Beine
umhüllenden Gewandes. Diesem haben wir nach eignen
Bemerkungen noch weiter beizufügcn: der Hermaphrodit
ist gut gearbeitet, die Formen seines Körpers haben viel
Schlankes, Zierliches; hingegen scheint der Kopf weniger
gerathen, woferne derselbe wirklich zur Figur gehört, auch
hat er mehr als der Körper gelitten. Die Restauratio-
nen mögen, wie die Arbeit derselben zu erkennen giebt,
von einem Meister aus dem XVI. Jahrhundert herrüh-
ren. — Taf. LXII. Zwei kleine ägyptische Bronzen,
besage der Erklärung, Bilder des Osiris; sie haben keinen
großen Kunstwerth.

Die Tafeln LXIII. LXIV. LXV. LXVI. und
LXVll. enthalten Umrisse von eben so vielen Bildern des
Schlafs aus Marmor; Vier sind liegende Figuren, die
Fünfte eine Stehende. Taf.I^XlII. stellt den Genius des
Schlafs im zartesten Kindesalter dar, auf untcrgebreitetem
Gewand liegend und ruhig schlafend; an den Schultern
hat er Flügel, in der Hand Mohnköpfe, und neben ihm
liegt ein Schmetterling der ebenfalls zu schlafen scheint.
Der Arbeit an diesem Kinde ertheilt der Ausleger sehr
großes Lob, und gern stimmen wir mit in dasselbe ein.
Das ganze Werk ist in hohem Grade lieblich; besser sagte
man vielleicht bezaubernd, aumuthig durch wunderbar ge-
lungene Darstellung kindlicher Unschuld. Die Ruhe eines
tiefen gesunden Schlafs ist mit nicht zu übertreffender
Wahrheit ausgedrückt. Von den Restaurationen geschieht
im Text keine Erwähnung, wir haben indessen dieses
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