Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 243
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möchte in griechischer Sprache axirrwv ßxohog qpi-
jxa emxafimjg heißen; aber würden diese Ausdrücke je von
ausge arbeiteten und ausgebildeten Statuen ge-
braucht werden können? Oder könnte etwas für die neue
Erklärung aus den Worten der Hekuba gewonnen werden,
die beim Euripid, Hec. 64. ihren vertrockneten Arm
einen ßxohov ßx'inajva %zi(ydg nennt? Sicherlich nicht.
Den Indern legt Nonnus, der sie mit den Acthiopern
verwechselt, *) ßxoXiag TrXoxafildag bei (Dion. XIV.
i82.), wa$ synonym mit ovkoxdjxog ist, was derselbe
Dichter ebenfalls von einem Inder braucht (Dion. XIV.
304.) Krause Werke würde kein Lob seyn. Das
Labyrinth mit seinen verschlungenen (tortuosis), verwir-
renden Wegen ist dem Callimach üs (H. in Del. 311.)
ßxoXiog XaßvQivS-og; **) und das wirre Gestripp des
Dornbusches dem Epigrammatisten Zcnodotus (Anth.
Pal. VII. 315. T. I. p. 3 970 axoKrj ßdrog. ***)
Alles das leidet auf ausgerundcte Werke nicht die geringste
Anwendung.

Doch warum langer zurückhalten? Die neue Erklä-
rung ist schlechterdings unhaltbar. Sie ist weder in dem
allgemeinen Sprachgcbrauche, noch in dem des Strabo
begründet. Sie ist ihm vielmehr auf alle Weise entgegen.

Oder hatte Strabo, indem er ausgebildete und ab-
gerundete Werke so ohne weiteres ßxoXiix sgya nannte,

*) S. Zoega Bassirilievi Tay. VIII. not. 2.

**) Diodor. Sic. IV. 77< 'kußvpivSov ras dugöSovs sno-
%ias ijcovra, Hai rois Simipois bvsEVpirovs»

***) Es sind Worte Timons, des Menschenhassers t rpyyiiyv
Kar’ ip.lv, iJiLupapi) novi, pupvov iMggois Ilavrodiv, y <5*0-
hiijs äypia jicäAa ßarov. wo das Beiwort, wie alles übrige, das
Bild einer mißfälligen Natur ausmahlen soll. Der tadelnde Nebeu-
begriff ist auch in dem Epigramme des Philippus (Amhol. Pal.
XI. 33. T. II. 329.) nicht zu verkennen: XäSpiov ipxyGryv sr,o-
'fudv jrdßa, kiGGe, pope-ÖGas, ftypits ryv Bpopiov ßorpvonaiba
$äpiv.
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