Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 247
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Was heißt Olympium beim Plirrius?

Da Plinius in dem Griechischen Geschichtschreiber, aus
welchem er die geschichtlichen Notizen seines weitläuftigen
Werkes nahm, die Mahlerkunst erst spat, und bei der
yosten Olympiade erwähnt fand, klagt er L. XXXV. 3.
Sect. 34. T. II. p. 689. über Mangel an Genauigkeit bei
den Griechen, da ja lange vor jener Epoche schon Phidias
und Pananus diese Kunst getrieben; ja ein Schlachtenge-
mahlde des Vularchus von dem Lydischen Könige Kan-
daules mit Gold ausgewogen worden.

Diese Worte lauten im Original folgendermaßen:
Non constat sibi in hac parte Graecorum diligentia,
multas post Olympiadas celebrando pictores, quam
statuarios ac toreutas: primumque Olympiade no-
nagesima; cum et Phidiam ipsum initio pictorem
fuisse tradatur, Olympiumque Athenis ab eo pi-
ctum: praeterea in confesso sit, octogesima ter-
tia fuisse Panaenum fratrem ejus, qui clypeum in-
tus pinxit Elide Minervae, quam fecerat Colotes,
Phidiae discipulus,, et in faciendo Jove Olympier
adjutor.

In dieser Stelle, aus welcher wir lernen, daß Phi-
dias, so wie Michael Angelo, und der Aegiuete Onatas,
zugleich Mahler und Bildner war, soll uns für jetzt nur
ein einziges Wort beschäftigen, welches schon Mehreren
ein Anstoß gewesen, und noch vorlängst den gelehrten und
geistreichen Verfasser der Archäologie der M ah lerer
(Th. I. p. 246.) zu Bemerkungen Veranlassung gegeben
hat. Wir meinen das Wort Olympiumque.
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