Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 249
DOI Heft: 10.11588/diglit.9752.15
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9752.17
DOI Seite: 10.11588/diglit.9752#0288
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1822/0288
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
249

Ein Thcil desselben muß denn aber doch vollendet gcwe-
sen, und dieser Theil muß sich durch Größe und Schön-
heit ausgezeichnet haben, da Aristoteles diesen Tempel
neben den Pyramiden nennt, und sein Schüler Dikäar-
chus*) davon sagt, das Olympium scy halb vollendet;
seine Anlage errege Erstaunen, und wenn es ausgeführt
wäre, würde es unübertrefflich seyn. Die weitern Schick-
sale desselben, sein Fortbau durch Antiochus Epipha-
nes, * **) spätere Bemühungen ihn zu vollenden unter Aur
gust, ***) und seine Einweihung unter Hadrianus, ch) lie-

Aristoteles Polit. V. 9. p. L2Z. ed. Schn, scheint zu erhellen, daß
nicht nur Pisistratos, sondern auch seine Söhne dieses Werk geför-
dert haben: 70Ü 'OXvpiziov 7) oiKoböprjGis vnö rwv UtiGiGTpa-
7ibSav,

") Die verderbten Worte des Oicaearchns können vielleicht so
gelesen werden t ’OXbpxiov, ypi7e.Xis piv, Ka7d-xX7jEiv b’ ejcov

(d. j. xapipov') ibövri 77]V rrjs oiKobopias iixoypaft/V ytvo-
ptvov b' äv ävvirip ßXijr ov, eixep gvve7eX£g3j}. S. Creu-
zer lVleletern. HI. p. Igo 8.

**) Polybius b. Athen. V. p. 194. A. Vergl. Polyb. XXVI.
10. T. IV. p. 355- Livius XLI. 20. Vellej. Paterc. I. 10. 1.

***) Sueton. Vit. Aug. 60. Reges arnici atque socii et sin-
guli, in suo quisque regno, Caesareas urbes condiderunt, et
cuncti siinul aedem Jovis Olympii, Athenis antiquitus incltoa-
tum, perficere communi sumtu destinaverunt.

t) Dio Cass. LXIX. 16. T. II. p. 1164. 126. Spartian. c. iZ.
Philostrat. Vit. Soph. I, 25. 5. p. 533. Tö bi ÄSyvpGiv ’OXvpxiov
bi t&7)MVTa. Kai iztVTaKoGiünv iräiv &K07EXegSev , KaühepwGar

ö avroKpa7(ü)p. Um die hier angegebene Zeit mit dem Leben des
Pjsistratus in Uebereinstinunung zu bringen, ändert man bi 'iE 1)
7ie.v7E Kai £x7aKoGiüov tVräy, wo l£ l) xev7t schlechterdings un-
tauglich ist. Läßt man die 560 Jahre des Philostratus gelten, so
würde, da die Einweihung Hadrians im I. der St. 885. geschah, der
Zeitpunkt, von welchem er zahlt, etwa 430 I. vor Ehr., also in die
Zeiten des Peloponnesischen Krieges fallen, oder, da sich Philostratus
offenbar einer runden Zahl bedient, in die Verwaltung des Perikles.
loading ...