Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 250
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gen hier außer dem Weg. Es ist genug zu wissen, daß
cs seit Pisistratus Zeiten ein Olympium zu Athen gab;
daß der Bau dieses Werkes in dem Laufe der Zeiten oft
von neuem vorgenommen worden, * *) und daß seine Größe
und Herrlichkeit verdiente, einen Phidias zu beschäftigen.

Nimmt man diese Deutung an, laßt man den Phidias
in den Anfängen seiner künstlerischen Laufbahn den Tem-
pel des Olympischen Jupiter mahlen, so fallt jede Schwier
rigkeit des Ausdrucks weg. Von einem Bildnisse des
Periklcs konnte Plinius auf keine Weise so gesprochen
haben; und hatte er den Jupiter bezeichnen wollen, so
wäre der Zusatz Athenis nicht hinreichend. Er würde
auch die Stelle, wo dieser Jupiter zu sehen war, genannt
haben; wie er gleich nachher nicht bloß ein Schild zu
Elis von Pananus mahlen laßt, sondern ein Schild der
Minerva zu Elis-

Ist Olympium der Tempel des Jupiter, so ist der
Zusatz Athens genügend und passend. In vielen Städten
Griechenlands wurden Tempel des Olympischen Zeus,
Olympia oder Olympiea, gefunden- Einer zu Mcgara
(Paus. I. 40. S. 97*)/ in welchem das unvollendete
Bild des Gottes, mit Phidias Hülfe von Theokosmos
gearbeitet war. Ein anderes war zu Ephesus (Pausan.
VII. 2. p. 526.); bei Sicyon (Paus. II. 7. p. 127.) zu
Syrakus (Thucycl. VI. 64. Dioclor. XIII. 7. Paus. X.
28- p- 867.); und wahrscheinlich noch in andern Städten.
Es war also nothwendig, das athenische Olympieum
durch das beigesetzte Athenis herauszuhcben.

Aber soll es nicht befremden, daß diese Tempel - Ge-
mählde des Phidias von keinem andern Schriftsteller erwähnt
werden? Freilich wohl; aber doch nicht mehr, als daß die

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*) Hcsych. ’OMjiaiov tovto drs/Le? tjiEiVEV släi/vyGiv
oino&o)iovjx£vov, izoXhäras appäs 'kaßöv rijs nciraSKEvijs. Die
ganze Geschichte dieses Tempels s. bei Meucsius Athen. Auic. 1.10.
x. 58- ss.
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