Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 257
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Tempels. Düs liegt in den Worten: ian)Kasiv ivrds tov
vaov rAoves. Zivilehen diesen Säulenreihen und Zwilchen
der Mauer des Tempels waren Porticus (sroai hbovt in-
nerhalb der Säulenreihen), die nicht auf dem Boden ruheten,
sondern in gewisserHöhe über demselben von eben diesen Säu-
lenreihen und der Mauer des Tempels getragen, wurden.
Diese erhobenen, und von den Säulenreihen, die das
Schiff einfaßten, getragenen Porticus (»roai imep&oi) zo-
gen sich auf beiden Seiten des Schiffes rechts und links
hin, so daß man durch sie bis zu dem Bildniß der Gott-
heit gelangte (?rpoobos bi avräiv äiti to ayu%fiä isn.) Da
NUN hier den sroais EsscholL nicht entgegengesetzt werden
iniiziboi, dergleichen Strabo erwähnt XIV. p. 646., so
erlauben wir uns auch nicht hier mit Völkel untere und
obere Porticus zu unterscheiden, oder mit ihm anzuneh-
men, daß über jeder der hier erwähnten Säulenreihe
noch eine Reihe kleinerer Säulen gestanden habe. Hier-
durch wird zugleich einleuchtend, daß Dölkels Vermuthung,
Ivbov sey hier verdorben oder überflüssig, wie vieler ähn-
liche Argwohn, aus Mißverstand entsprungen sey.

5.

Noch einiges über die Stelle vom Kasten des Cypsc-
lus V, 17, 2. ff. Heyne glaubte voraussetzen zu müssen,
daß die Länge dieses Kastens nicht über vier Fuß, und
die Breite zwei Fuß betragen habe. Wahrscheinlicher
gab Quatremöre der Länge sechs, der Breite und der
Höhe jeder vier Fuß, um den Figuren die Höhe eines
Fußes zu gewinnen. Daß die Kasten oder Kisten, wofür
die Alten die Worte häpvag., rußwrös, !"C2n gebrauchten,
mitunter ziemlich groß und geräumig gewesen sind, geht
aus mehrern Stellen der alten Schriftsteller deutlich hervor.
Bei dem Homerus (Iliad. XVIII, 413,) verschloß Bulcanus
alles sein Schmiedegeräth, die Bälge ausgenommen, in einer
solchen Larnax. Theocritus (VII, 78 f.) gedenkt einer Larnax
von süßduftendem Cedcrnhol; {mtpss bbt~i*), die so geräumig
Am«lth. 11. 17
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