Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 263
DOI Heft: 10.11588/diglit.9752.15
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9752.18
DOI Seite: 10.11588/diglit.9752#0302
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1822/0302
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
26z

standen; diese waren also aus Gold." Pausanias setzt
nehmlich sogleich noch von diesem Bildniß Hinzu: i>^P s-

5-ijs nsfaXijs rov /ho$ dsiv 7flpai xai Moipai. Mit dieser

von Heyne gegebenen Auslegung vergleiche man, was der-
selbe in eben denselben Antiq. Aufs. I, io. von eben
diesem Vildniß schrieb: „in einem Tempel zu Megara schweb-
ten (vxep ’rys rieyctXiji' rov dios dtsiv, nicht ÜM Kopfe,

Pausan. I, 40.) über dem Kopfe des Jupiter Hora und
Mörä." Hier ist offenbarer Widerspruch, und keine Erklä-
rung , wie das Gesicht von Gold und Elfenbein seyn konnte.
An ein Vergolden (ypvswsai) des Gesichtes von Elfenbein
darf man Zier wohl nicht denken, wie bei dem Gesicht des
Apollo, das nach dem Athenaus VI, 232. die Lacedä-
monier vergolden ließen, sondern es scheinen (und dies ist
unsre Ansicht, wegen welcher wir anfragen) goldene
Haare auf der Stirn und an den Schlafen
verstanden werden zu müssen. Bestätigung findet unsre An-
sicht in der Stelle des Kallistratus von dem Narcissus: ex

TiiSov 'Xcvkov nznon/jiivo? nofiais ixtpptieois yarpanre, Be-
stätigung in der Stelle Winckelmanns: „ An der Medicei-
schen Venus waren die Haare vergoldet, so wie an dem
Kopfe eines Apollo im iVluseo Capitolino; am deut-
lichsten aber fand es sich an einer schönen Pallas in Lebens-
größe von Marmor unter den Herculanischen Statuen zu
Portici, und das Gold war in so dicken Blättern aufge-
legt, daß dasselbe konnte abgenvmmen werden." Werke
Bd. 6. S. 52. Nun noch ein Wort über die Horen und
Mören, welche nach dem Ausdrucke des Pausanias i>xeP njs
xe<?a%ys dieses Jupitcrbildes waren. Amasaus und Eold-
hagen erklärten es so, daß sie auf dem Haupte des Ju-
piter standen. Dieser Meinung folgte Böttiger in der My-
thologie der Juno S. 135. und, wie wir gesehen haben,
zuletzt auch Heyne, der vorher an ein Schweben über dem
Haupte gedacht hatte. Wie sich Clavier die Sache vorstcllte,
laßt sich aus seiner Uebersetzung Au dessus de la tete du
Dieu sont les Saisons et les Parques nicht crrathcn.
Unsrer Ansicht nach war Jupiter hier sitzend gebildet; wenn
loading ...