Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 266
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III.

Beitrag zur Erklärung von Inschriften auf Denk-
malen alter Kunst.

Wenn es ein an sich schon mißliches Unternehmen ist, sich
von Neuem an die Erklärung einer Aufschrift zu wagen, an
welcher der Scharfsinn der geübtesten Kenner gescheitert, so
wird die Schwierigkeit eines Versuchs dieser Art noch erhöht,
wenn der Zustand des Denkmals so beschaffen ist, daß die
Schriftzüge durch die Zeit so undeutlich geworden, daß jeder,
der ihnen nur seine Aufmerksamkeit geschenkt, fast etwas
anderes herausgclesen hat- Dieß ist der Fall mit der dun-
keln, noch unentzifferten Aufschrift auf der im Capitolini-
schen Museum befindlichen geschmackvollen, bronzenen Vase
des Mithradates, deren obern dem Sinn nach für sich beste-
henden und seit Barthelemy voyage en Italie S. 376.
(deutsch. Uebers. S. 290.) ziemlich verständlichen Theil wir
hier übergehen, für den Stoff unserer Untersuchung allein
die unter jener befindlichen schwierigem Worte aushebend.
Indem wir die Bekanntschaft dieses sowohl hinsichtlich der
Kunst merkwürdigen als auch wegen der Aufschriften oft
besprochenen Denkmals im Allgemeinen voraussetzen, führen
wir den untern Theil der Inschrift nach der, wie es heißt,
genauesten Copie Feas zu Winckclmann Bd. 6. Abtheilung 2.
S. 253. Dresd. Ausg. hier an:

V.V^AAlAbflZE

Ueber die Treue dieser Abschrift bedauern wir um somehr
nicht aus eigner Erinnerung urtheilen zu können, als die
abcntheuerliche Form des achten Buchstaben, die uns durch-
aus auf keinem inschriftlichcn antiken Werke vorgekommen,
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