Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 273
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Nachdem wir so mit dem Grammatischen des Worts
ins Reine gekommen, so ergicbt sich auch seine Bedeutung
ohne langes Suchen. Denn das sine bile als Wunsch
für sich selbst oder andere empfiehlt sich in der That nur
zu gut als Inschrift eines Siegelrings, falls wir als sol-
chen uns den Stein zu denken haben, um noch einer weitern
Rechtfertigung zu bedürfen. Dieser Aufschrift entspricht
eine Lateinische, anima dulcis fruamur sine bile
auf einem gläsernen Gefäß in Buonaroui Osserv. sopra
alcuni frammenti di vasi antichi di vetro, tav.
XXVIII. No. 3. p. fpi. Ganz ähnlich auch das ein»
fache SINE BILE auf einem Stein bei Grurer p- 1040.
No. Z. Ja in demselben Sinn ist das Wort d<77opa%:;-
tos, welches ich in den Griechischen Wörterbüchern vermisse,
in den Lapidarstyl übergegangen, wie außer einer Inschrift
in Oderici Sylloge inscriptionum monasterii Ca-
maldulensium S. 372, auch noch die Römische wört-
liche Nachbildung in ihrem ' Astomachetus außer allem
Zweifel setzt: siehe Reinesii Ins er. Class, 12. No. 1241
p. 691.

-FVIT HIC

VITAE NITIDVS CVLTO DECORA
TVS FORMAE SPECIOSVS QVI
ET ASTOMACHET VS NVNC LEVIS

So auch bei Gruter p. 75». No. 14.

D. M.

V. AELIO. CELERI
CLODIA. HELPIS
CONIVGI. BENEMERENTI
Q VI. VIXIT. ANN1S XC
ASTOMACHETVS

Und so möge auch der sonst wackere Herausgeber der hin-
terlasscnen Sammlung Ficoronis, Nicolao Galeotti, uns
unsere von der seinigen verschiedene Meinung sine bile
gönnen.

Amalth. 11.

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