Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 274
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In streitigen Paukten der Archäologie, deren Entscheid
düng allein von einem sowohl richtig sehenden als wahrheit-
liebenden Auge abhängt, muß wohl die Behauptung des
einen Augenzeugen durch die eines andern Betätigung mehr
enthalten. In dieser Hinsicht enthält die Bestätigung einer
Nachricht meines hochverehrten Freundes, des Herrn Staats-
rath von Köhler (siehe Amalthea I. S. 300.) in Peters-
burg , dem ich hiermit unser vielfaches Zusammenleben in
Paris im I. 1318. in die Erinnerung zurückgerufen wün-
sche, einiges Interesse, daß nämlich auf der vielfach bespro-
chenen Lokrischcn Vase, deren Deutung Arditi, Huschte
und Quaranta vornehmlich versucht, wirklich KAAEAO-
KE2, nicht KAAEAONES, *) oder noch anders gele-
sen werde. Unsere Bestätigung gründet sich nicht auf das
flüchtige Gedächtniß eines Reisenden, sondern auf die sorg-
fältigste eigne Untersuchung, die wir zu wiederholten Malen
in Bezug auf den Streik über die verschiedene Lesart an
Ort und Stelle vorgcnommen haben. Aehnliche Berichti-
gungen und Nachrichten über antike Vasen werden sich aus
meinen Papieren gelegentlich mehrere geben lassen.

F. Osann.

*) Diese Lesart wiederholte, sei»em Landsmann zu schnell fol-
gend, selbst Lanzi de’ vasi antichi dipinti volgarmente cliiamati
etruschi S. »62. lind Tav. I. No. VH.
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