Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 283
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II.

Weitere Ausführung der Amymone-Fabel und des
Mythos vom Poseidon,
als Zusatz zu obigem Vasengemälde.

Das verliebte Abentheuer der Danaide Amymone mit dem ge-
waltigen Drcizackschwinger Poseidon gehörte, um seinesZusamr
menhanges willen mit dem ältesten Argivischen Myrhencyclus
und der in der griechischen Hcroensage so hochstehenden Danai-
denfabel, zu den Gegenständen, welche auch auf der Bühne
behandelt wurden. *) Amymone ist der Titel eines Acschylei-
schenDrama, aus dessen zwei schon von Stanley angcführr

*) Man darf annehmen, daß beide Senarien, die uns Athenäus
und Ammonius aus dieser Aeschyleischen Amynione erhalten haben, aus
den Liebeserklärungen genommen sind, welche Neptun der sich sträu-
bende» Amymone macht. Beim Athenäus ist von Lydischen Parfüms
und Salben die Rede, die schwerlich je in einem Trauerspiel vorka-
men, wohl aber in einem satyrischcn Nachspiel. Ließt man den vom
Ammonius aufbewahrten Vers mit Valkenaer Animadv. i. 14.
p. 59- 2oi -E yafiEiSScu /idpsifiov, yajitiv bi jioi, so sagt
Neptun der Amynione die alte Entschuldigung:

Das Schicksal giebt dir mich zum Mann, dich mir zur Frau.

Vielleicht besitzen wir in Hygins Fabeln Fab. iüy. p.zss. Stav. den
Inhalt jenes satyrischen Drama's. 'Die Erzählung von einem die
Amymone überfallenden Satyr wurde von Acschylus erst hinzugedich-
tet, um in die alten Liebesabentheuer mit Neptun Satyrtänze ein-
zuflechten. Es ist ja, seit Lessing es sagte, oft wiederholt worden,
daß uns Hygin die Sujets von vielen verloren gegangene» Dramen

aufbewahrt hat.
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