Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 291
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ohne alle nähere Beziehung auf Eros und die ganze Fa-
milie von Amorinen und Liebesgöttern, um die Zwitter-
Genien oder Hermaphroditen, die gleichfalls geflügelt auf
so vielen Vasen ihre Rolle spielen, *) hier gar nicht in
Anschlag zu bringen.

Wir können übrigens nicht unbemerkt lassen, daß wir
dieselbe Amymone ganz in der Stellung einer Tänzerin, die
vor dem gleichfalls sitzenden Neptun mit großer Zierlich-
keit und mit einer Mantelhebung, als wäre es ein moder-
ner Schaaltanz, ein Ballet aufznführcn scheint, auf der
berühmten Hamiltonischen Vase finden, welche der wahr-
scheinlichsten Auslegung nach, die Kämpfe in Wettrennen
vorstellt, wodurch die Danaiden von ihrem Vater an den
Mann gebracht werden sollten. **) Die Vergleichung dic-

knngen gemacht und manches gegen Aoega erinnert in der Symbolik
Th. HI. S.4ii. ff. 2teAusgabe, wobei doch auch Millin in seiner
Intioduction zum Vascnwerkc p. io. und inZ mehrern Stellen der
Explication noch gehört zu werden verdient. Allen ist Lanzi vor-
ausgegangcn. Gewiß gab es einen eignen Genins der Mysterien,
S. Millingens Vasen pl. 23. 43. 45., der auch wirklich repräsen-
tirt wurde, wir meinen rov ax' 'Esrias Tieföfievov jcaiba. bei Por-
phyrius -r. Ate. IV, 5- p- 307. Rhoer. Uebcr die geflügelten Herma-
phroditen, als Ministranten, aus Vasen vcrgl. Blumenbach Spe-
cimen I. Ilistoriae naturalis antiqu. artis operibus illustratae
p. 14.

*) Auch darüber sind wir Creuzern die scharfsinnigsten Aufschlüsse
schuldig Symbolik T. II. S. 108. und an viel andern Stellen. Vergl.
die Andeutungen zur Malerei S.225.

m) Es ist die prächtige Vase, worin die Danaide als Preis des
Wettrennens erschien, in d' H a n c a r v i l l c' s Hainiltonschem Vaseu-
werk oder Antiquites Etrusques ote. T. I. pl. 150., wovon 2ß i li-
ck clma NN mit solchem Entzücken spricht in der Ge sch. der Kunst
m> 4> 36. Werke Th.Hk. S.2Z6.f. Auf demselben sah auch Vis-
conti Mus. Pio - Element. T.II. p, 7. den Neptun con asta a tre
puntc und die vor ihm (recht ruhig) stehende Mädchenfigur hält er
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