Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 303
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tallzübeveitung noch völlig unkundigen ältesten Küsten- und
Inselbewohnern Griechenlands ein Werkzeug, womit der
größte und einträglichste Fischfang in jenen Gewässern, der
mit der Heringsfischerci unserer nordischen Climate mehr als
eine Aehnlichkeit hat, der Fang und die Zubereitung des
Thunfisches (thunnus scomber Linn.) allein mir Erfolg
getrieben werden konnte, die dreizackige Harpune. Bekannt-
lich kam damals der bis zur Menschenlänge anwachsende,
oft bis io Centner wiegende, vollkommene Thunfisch, (Or-
kynos mit dem eigentlichen Namen genannt) aus dem atlan-
tischen Meere alljährig durch die Gaditanische Meerenge in
unermeßlichen Zügen längs den spanischen, gallischen und
sicilischen Küsten ins innere mittelländische Meer,*) wo sich
die Heereshaufe» zerstreuten, doch am zahlreichsten durch den
Propvntis und Bosporus in das schwarze Meer, durch süße-
res Mccrwasser und nahrhaften Schlamm diesen Fischen vor-
züglich lieb, schaarcnweis eindrangen, und dort laichten. **)
Die einjährigen Thünlinge, Pelamyden genannt, zogen nun

*) Die Stellen des Aristoteles, Strabo und Plinius darüber hat
schon der fleißige Conrad Meßner in seinem Hauptwerk l>br. iv.
p. 1.47. zusammengestellt. Den ganze» Aug vom Ozean herein schil-
dert mit Angabe aller Küsten, welche der Fisch berührt, Oppian
IdXievr. ru, 620. ff. p. »38- Schneid, Noch jetzt macht die Thun-
sischerei an der Küste von Valencia, Twifs Travels throught Spain
p. 355., an der Küste der Provence, in Marseille und St. Tropez,
S. Mylrus malerische Fnßr eise lV, i-. 54. Sardinien Oerro
Lrcnia naturale de Sardegna T. II. p. 67. und SicilikN S. HvU-
el's Reisen S. izz. ff. einen Hauptcrwcrb. Andere Naturalisten
und Reisebeschreiber führt Schneider an zu Aelians Thicrgeschich-
tcn p. 476.

**) Die Hauptstellen sind bei Aristoteles »i-r. Xn. Vin. >5-
(»ach Schneiders Eintheilung), wobei Schneiders Anmerlungen S. 627 f.
und in den Curis posterioribus T. II. p. 463. zu vergleichen sind,
Plinius IX, ,5. und vor allen das Excerpt in Aelians Lhiergeschichten
XV, 5. ?. 47». f.
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