Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 305
DOI Heft: 10.11588/diglit.9752.20
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9752.23
DOI Seite: 10.11588/diglit.9752#0345
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1822/0345
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
305

Kabeljau von den Bänken Neufundlands, in die Hände der
Fischmäkler und Verkäufer der marinirten getrockneten und
gesalznen Fische (cetarii, salsamentarii) ablieferten, be-
schäftigte und ernährte viele tausend Menschen. Die Nv-
mcnclatur des Fisches nach den verschiedenen Größen und 'Al-
tersstufen, *) die Geographie seiner Wanderungen und
Laichplätze, die Mannichfaltigkeit seines Fanges und Pickels,
die Verfeinerung der alten Kochkunst bei seiner Zurichtung für
die Gaumenlust der Schmecker **) würde noch immer Stoff
zu einer sehr interessanten, antiquarischen Monographie dar-
bicten. Phönizien trieb diesen für alle Küsten des mittellän-
dischen Meeres so ergiebigen und gewinnreichen Thunfifch-
fang zuerst. Denn von ihm wurde er auch noch in später« Zeiten
nach des Pseudo - Aristoteles Zeugniß außerhalb der Säulen des

*) Oiivvis, ■xy'A.afivs, jtopfitlA.?/, Oivvos, opnvvor. Am ge-
nauesten unterscheidet diese Namen und erklärt sie Schneider zu
Arredi's Synonvmia piscium p. 53—64. rerzl. Camus Notes
sur l’histoire des aniruaux d’Aristote p. jgQ.

**) Wir wissen aus einem Fragmente des Polybius XXXI, 24,
T. IV. 55Ü- Schweigh., daß Cato laut darüber im Senat jammerte,
daß man in Nom einen einzigen Krug voll Politischer marinirter
Thunfische mit 300 Drachmen bezahlte; ntpapiov 7api?wv üovti-
aSav. Denn wenn das Wort rdpi^os allein steht, muß man im-
mer eine Leckerei aus Thunfischen zubereitet verstehen. Die Sache
hatte eine unendliche Mannichfaltigkeit im alten Almanach des Gour-
mands. Da gab es leckerhafte Schwanzstücke, ovpaiu (die aber
oft mit den rbpaioir verwechselt werden), Nackenstücke u. s. w. Die
gewöhnlichste Form war würfelförmig, xvßia. Man würde aus
Martial, Apicius (de re culin. IX, 12. p. 250. ed. Lister.) und
Athenaus einen herrlichen Küchenzettel zusammcnsetzen können. Doch
das hat schon vor 200 Jahren der gelehrte Küchen - Archaolog Lude-
wig Nonnius in Antwerpen gethan de re civaria III. 39- 40. P-
493 -503. Noch jetzt unterscheidet der Italiener beim Thunfisch das
Magere Rückenstück Tarentello und das fette Bruststück, (das sumen
tllynni hxj Martial X, 4g.) vennesea. S. Bergins über die
Leckereien nach I. Reinh. Forster's Bearbeitung Th.n. p.2,g.

Amalth. II. 20
loading ...