Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 312
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da wurde wohl auch, wenn eine Factorci oder Ansiedelung
für den Tauschhandel wo begründet werden sollte, der Drei-
zack aufgestellt. Ein später Ucberrcst jener Sitte war es,
daß da, wo wegen einer Seeschlacht dem Poseidon ein Tro-
paum errichtet werden sollte, dies; durch einen Dreizack ge-
schah. *) Dreß bringt uns zu einer Verbesserung eines
Bruchstücks aus der verloren gegangenen Tragödie des Euri-
pides, aus dem Ercchtheus, welches aus Unkunde dieses
Gebrauchs bis jetzt, so viel uns bekannt wurde, nirgends
verstanden und nach seinem wahren Sinn wieder hergestellt
wurde. Es ist uns durch den Redner Lycurg in seiner Rede
gegen den Lcokratcs erhalten worden. Wir wissen aus jener
Rede, daß darin Praxithca, Ercchtheus Gemahlin, in
dem kritischen Moment, wo ihre Tochter nach dem Ausspruch
deS Orakels geopfert werden soll, damit der Thracier Eu-
molpus, ein Sohn Neptuns, Attika sich nicht unter-
würfig mache, redend und als eine großherzige Patriotin
den Tod ihrer Tochter selbst anrathcnd, eingcführt wurde.
Da heißt cs nun in Beziehung auf des Thracischcn Eumolpus
Angriff

Phönissen V. 196. Zwar schlägt Koen eine andere Verbesserung zu
Gregor äs dialect. p. 209. Schaf, vor, die Schweighänscr ausgenom-
men hat Aniimdr. p. 400. aber wir bleiben aus guten Gründen bei
Valkenacr.

*) So muß die Stelle im Pausaniaü verstanden werden VHI,
io, 4., wo von dem ihm in Arcadien errichteten Trvpäum die Rede
ist. Darum heißt der Gott bei Pindar Olymp. Vlir. 64. Pyth. II,
23. 'OpaoTpiaivijs, der Dreizack - Aufrichter. Daher wurde von Völ-
kern gesagt, welche die Seeherrschaft hatten (SaKa.Gaoripa.TovvTc.s'),
sie hatten die rpiaivt/v. So von den Athenicnsern, deren Hege-
monie sich auf ihre ffeberlegenheit zur See gründete, in Aristophanes
Equit. 85S- Man kennt ja den Vers: 1c tiident de Neptune est
le sceptre du monde. Ueberall, wo auf Münzen der Nachfolger
Alexanders der Dreizack ausgeprägt ist (die Beispiele in Nasche's
Vexicon numismat. T. V. p. II. p. 26.) bezieht sich dieß auf einen
Seesieg.
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