Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 323
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nein alten Namen zu nennen, die Hydroskopia und Hydrose-
mantik *) wurde zuerst von den Phöniziern nach Griechen-

bedurften sie bei ihren Erzwäschen (Elutia) und Seifenwerken Was-
serbehälter , Brunnen und Bäche. Man lese, um sich davon zu über-
zeuge» , die Nachricht ans Plinius, Strabo und Diodor von dem phö-
»izisch - karthagischen Bergbau in Spanien, und, was die Seifenwerke
dort anlangt, insbesondere die Preieschrift von Berhe de Hispaniae
antiquae ro metallica (Gött. ISIS.) im üten Abschnitt de aquis a
fodinij exhauriendis p. 32. ff. vergl. Mit Rolvff's Prelsschrift
S. ly. ff. Vergleiche in, Allgemeinen He!crens Ideen I. Th. II.
Abth. S. 73. s. Wie mußten diese Gold- und Silber-Ameisen, um
uns des Bildes zu bedienen, das Ctesias einst von den Indischen
Bergleuten braucht, überhaupt mit dem Innern der Erde, mit den
verschiedenen Erdschichten, also auch mit den im Innern der Gebirge
verschlossenen Wasserschätzen bekannt geworden scpn, und wie leicht war
es ihnen also, diese Kenntnis! auch auf daS leichteste Geschäft von
allen, Brunnen finden und Brunnen graben, tagtäglich anzuwenden.

*) Nachdem der Scholasticus Vassianus in seinen Excerptcn aus
dem Paxamus, Didymus und Demokritus in den Teeenovmois II.
4 — 6. die ganze Lehre, wie die Eigenschaften eines wasserreichen Bo-
dens zu prüfen und unterirdische Quellen aufzuspüren sind, genau durch-
genvnimen hat, schließt er mit den Worten nepi rijs ‘Tdposnoxf
Kijs avrdpKcas tipyrai p. 112. Nicdas. Jin Proömium des ganzen
Werks sowohl §.7. als II. 6. I. p. 87. ist von der ^Tipotpavririrj,
als einer eigenen Wissenschaft, die Rede, die auch wohl 'IbpopaGriv
tixt/ heißen könne. Endlich wird in eben diesen Geoponikern auch
der vbpoyvoofiovEt Erwähnung gethan II, 10. 6. p. 121. Schon hier-
aus folgt also, daß im frühen Alterthui» eine eigne Theorie darüber
statt fand. Man müßte, um alles hier aufs Reine zu bringen, mit
Aristoteles lVleroorol. I, 13, 14. gerade da anfangen, wovon Schneider
iu seinen Eclogis physicis s. XI. p. 179. ff. ausgegangen ist. Dann
kommt Vitruv Vin. 1, und sein Epitowator Palladius IX. 8. Pli-
uius XXXI, z. s. 27. und desOstgothischen Theodorichs Brief an den
Apronianus beim Cassiodorus Var. lil. ap. 53. Die Römer erhielte»
kue aquarnin indagakores, die Brunnensucher, wie sie Columclla
Uennt II. 20. 2. p. 454. Gesn. vhnstreitig aus Etrurien, wo auch die
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