Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 325
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Dm am Lerdäischen Sumpf öffnet des Dreizacks Gewalt,*)

ist der sprechende, durch eine uralte Argivische Volkssage
fortgepflanzte Beleg dazu. Die Telchinen, sagt Callima-
chuö, schmiedeten dem Poseidon den dreigezackten Speer. **)
Nu« sind aber für den Zcn^ ( Clem. Alex. Strom. V.
p. 569. D.) Poseidon die Telchinen, was die Kureten für

schieden, sind die Aqnilogi (Aquilegua als eine bestimmte Kunst
kommt in der Inschrift vor bei Gruter XCiv, 3. Muratorr
CCCCLXXXIX, 4-) von Aquilegcs (a legenda, colligenda aqua
in fontibus), die IN den alten Gloffarien durch oi rä v6payä>yta
epyuSnfUVOi, o! tüvoyerdpioi, Tcorapirai, vipotnörroi (»ach Jvs.
Scaligers Verbesserung) erklärt werden. Sie gebörten in die Familie
der Wasserbaumeister und wurden gebraucht, wo Wasserkünste ange-
legt werden sollten, wie aus Plinius Briefen X, 46. p.757. L°*igoI.
(mit den Anmerkungen) erhellet, wo er vom Trajau für die Wasser-
leitung der Nicomcdier einen aquilegem, sive architectum verlangt.
In den Pandecten sowohl, als im Theodvsianischcn Coder kommen sie
unter den Gewerken vor, die Immunitäten bewilligt erhalten. S.
Jacob Gothofredns zum Cod. Theodos. T.V. p. 61. Ritt. Sehr
bemerkenswerth ist, daß König Theodorich in einem officiellcn Schrei-
ben beim Cassiodor III, 55. einen aquilsgius (so wird er dort geschrie-
ben) ds Akricae pambua empfiehlt, weil in Africa wegen der Dürre
die Brunnensuchkunst stets sehr getrieben worden sey. So soll er nun
ein Korndeputat bekommen ut beneficio suo liabitari faciat loca
nimia aterilitate siccata. Sollte nicht diese Kunst dort aus den älte-
sten punischen Zeiten forrgepflanzt worden seyn?

«) Lernae pulsa tridente palus, Propelj II, 20, 4g. Mit des
jüngern Burmanns Bemerkung p. 40g.

*") Poseidon schasst die Inseln ’Äopi rpiyXihyivt, rd o! TeX-
Twes trt.vS.av II. in Del. 31. Es ist merkwürdig, daß die zwei
altkrctcnsischen Worte aop und 66p, welche mir *o'p (Schwert,
Spieß, Helm) die älteste kurctische Erzbewaffnung bezeichnen, beide
auch als Waffe des Poseidons Vorkommen. Denn sein Dreizack heißt
unter andern auch bei Lycophron 362, rpiütwyov 66p, welches die
Scholien T. II. p. 576. Müller, durch Tpiaiva erklären.
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