Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 331
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seines Buchs von den Pflichten spricht, erinnert wurde. *)
Daß man auch im Hermes hundert Anklange des uralten Phö-
nizischen Handelsverkehrs bemerken könne, ist im ersten
Theile der' Amalthea auf Veranlassung der Schlangen am
Merkuriusstabe (S. 104. ff.) nicht unbemerkt geblieben.
Doch wird beim Mangel angemeßner Beweißstcllen **) auch

unterirdischen Electrometrie oder eloenäcire minea-ale durch seine
zahlreichen Memoirs in dieser Sache. S. Gilberts Annalen Bd,
XXVI. S. 370. ff. Wie konnte nach Penet's so augenscheinlich entlarv-
ten Betrügereien noch so lange solche Verblendung herrschen!

*) Athanasius Kircher in seiner ->rs magnetica und iin mun-
dus subtenaneus hatte die Hermesruthe anzufnhren nicht vergessen,
und seitdem figurirt sie, als Vorläuferin der bergmännischen Wünschel-
ruthe, häufig in metallurgischen und chemischen Schriften. Allein schon
der Abbe Vallemont in seiner Ehz-sigue oceulte ou traite de la
baguette divinatoire (Paris I6y6.) verwarf alle Beziehungen auf den
Mercuriusstab, und fand die erste wahre Spur der Wünschelruthe in
Basilius Valentin! letztem T e st a in e n t ums Jahr 1490. S. Gil-
bert in den Annalen XXVII, 162.

**) Die einzige auf die Wünschelruthe beziehbare Stelle im Ho-
merischen Hymnus auf den Merkur 528—532. (ohnstreitig ein Ein-
schiebsel eines später» Rhapsoden, wie 5?ermann in seiner Epistola
ad Ilgenium vor seiner Ausgabe der Homerischen Hymnen p.LXXXl ff.
mit siegreichen Gründen gezeigt hat) hat allerdings die ausdrückliche
Erwähnung eines Zweigs mit drei Blättern (rptjreri,Aov) und ist,
wie Ilgen in seinen Anmerkungen p.472. ff. gegen Voß sehr richtig
erinnert hat, durchaus von dem Heroldstab, dem caduceus, des Got-
tes zu unterscheiden. Vcrgl. Vasengemälde Th. II. s. 100. In je-
nem Hymnus heißt .der Stab ausdrücklich päßbos oXfiov Kai tcKov-
tov. Wer ihn schwingt, verleiht o\ßov (dieß Wort, wenn es mit
nXovros zusammensteht z. B. Ilias XVI. 596. bezeichnet stets die
eigentliche rem familiärem licrciscundam. Vieh, Sclaven, Ge-
treide, kurz alles, was durch Wachsthum gedeiht, wie die Ableitung
des Worts zeigt) und n’Aovrov (diritias, Reichthum in edlen Me-
tallen). In Beziehung auf den Plutus also könnte jene Ruthe aller-
dings Wünschelruthe scyn. Die virgula divina, von welcher Cicero
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