Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 360
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Der Kopf ist einfach durch das nach hinten zurückgcsirir
chene und geschürzte Haar geputzt. Auf dem Riemen der
einen, hinter der linken Schulter ließt man: GALLI. M.

1803. im nächsten Bezug auf eine unserer Viktorien (und er scheint
nur Eine davon gekannt zu haben, macht sie aber irrig kolossal)
behauptet, daß diese Kreuzrienien nicht dazu gedient hätten, hie Be-
festigung der Flügel, (als eines künstlichen remigii alarum) anzudeu-
tc», und damit das gewissermaßen zurücknimmt, was er (Furien-
maske, S. 83. und Note**) darüber früher bemerkt hatte, und cs
vielmehr auf die künstliche Befestigung der ganzen Figuren
selbst, welche man schwebend über und hinter dem Siegeswagen der
Römischen Triumphatoren und anderer ihrem Pomp dienenden Sieger
der Alten anbrachte, bezieht; — so scheint mir dicß, wenigstens in
Bezug auf unsere Statuen und auf andere ihnen ähnliche, keine An-
wendung zu gestatten. Denn 1) konnten dazu diese marmornen sch w e-
ren Bilder unmöglich benutzt werden; 2) sind diese auch so vorgestellt,
wie sie selbstständig, auf die Erdkugel den Sieg bringend senk-
recht herabschweben; denn sie berühren ja mit den Füßen die Erde,
z) Konnten diese an den Statuen, im Marmor selbst angedeutetcn
Riemen, jenen Zweck bei dem Siegerwagen nicht erfüllen, zu dem man
sich wirklicher Riemen bedienen mußte, um sie mit der ganzen Last
ihres Körpers wagerecht schwebend zu erhalten. — Eben so wenig
kann ich die Meinung wahrscheinlich finde», welche sich in der Note
890. der Anmerkungen zum 8. Buch der Winckelm. Gesch. und Kunst,
W i n ck e l m a n n s W c r k c S. 543. Band V., ausgesprochen findet,
daß diese Riemen bloß zur Haltung des Gewandes gedient hätten.
Für ein so zartes, schleierartigcs Gewand, als wie es z. B. an un-
ser» Bildsäulen erscheint, wäre ein solcher Apparat wohl zu groß und
zu stark. — Die Vorstellung, daß sie die künstliche Befestigung ange-
legter Flügel, (wie man sich ursprünglich bei den Griechen wobl nur
allein alles Flü^elwerk der Gottheiten an ihren plastischen Gestalten
dachte) anzeigen sollen, bleibt mir immer die natürlichste und die der
Sache amangcmcssenste. Denn daß dieses Riemcnwerk bei nackten
und zumal jugendlichen Körpern, als Amvr's, Hymens, Genius u. s. w.
sich nicht findet, kommt wohl nur allein daher, weil man damit in den
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