Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 361
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Vielleicht Name eines späteren Römischen Besitzers , schwer-
lich des Verfertigers. Der Stil der Werke deutet offen-
bar auf früheren Griechischen Ursprung. Winckclmann
hat ihrer Erwähnung gethan in der Geschichte der Kunst.
(Fea T. II, 102. Winckelm. Werke. Bd. V. S. 230. und
285. vergl. die Anmerkung des Herausgebers.)

Von den noch übrigen zahlreichen Werken dieser Klasse
zeichnen sich noch folgende vorzüglich aus:

i) 2) Zwei Aesculap- Statuen, die eine von
Cavaceppi abgebildet (Raccolt. T.I. tav. 34.), jetzt
im Garten von Sanssouci vor dem neuen Palaste, ein
durch die große Würde der Stellung, den Wurf des Ge-
wandes und das treffliche Ideal des schönen Kopfes aus-
gezeichyetes Werk, über 7 Fuß hoch; die andern, von glei-
cher Höhe, fast noch besser, ja fast ganz erhalten, jetzt
im Flur von Charlottenburg, aber weniger edel in Stellung
und weniger Ideal im Ausdruck.

3) Hygiea, 7 Fuß hoch, auf dem Flur von Char-
lottenburg, ganz erhalten, mit einem der Statue ursprüng-
lich zugehörigen Kopf, ähnlich dem der Domitia, der Ge-
mahlin Domitians, vorn mit einer großen Haarschleife,
wie die Köpfe Dianens, verziert.

4) Antinous, als Genius, mit Füllhorn und
Schlange. Abgebildct bei Cavaceppi, Vol. I. tav.
24. Levezow über den Antinous, lad. VI. Die

Kunstwerken der Schönheit der nackten Theilc, der Brust, Schultern
u. s. w. keinen Abbruch thun wollte. Deshalb finden sich die Flügel
auch bei einigen Gottheiten z. B. bei Merkur, nur am Kopf, ent-
weder am Pctasus, oder an dem Diadem, oder an den Talaribus der
Fuße angelegt; daher, als geliehenes Hülfsmittel bei Perseus,
auch nur eben daselbst angelegt. Mir dem Körper jener höher»
Olympischen Gottheit sie selbst auch nur als verwachsen sich zu denken,
scheint der Vorstellung des Griechen von diesen höheren Idealen zuwi-
der gewesen zu sepn. Eine ciuhüllende Bekleidung hingegen konnte so
etwas schon eher erlauben. —
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