Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 365
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wurde. Winckclmanns ganze Nachricht scheint etwas
unklar und überhaupt, was seine Kenntniß der Denkmäler in
der Polignacschen Sammlung betrifft, sich nur auf ein unbe-
stimmtes Hörensagen zu stützen; da zu seiner Zeit diese
Sammlung nicht mehr in Rom war, sondern sich schon zu
Paris befand. Oder, ist mit jenem spater gefundenem
Kopfe der Kapitolinischen Statue ein sehr ähnlicher
Kopf von schwärzlichem Marmor gemeint, der gleichfalls
aus dem Polignacschen Museum stammte, sich unter dem
Namen Daranion sonst in der Bibliothek des Berliner
Schlosses befand, aber keinem Leibe mehr angehörte, und leider
nicht wieder von Paris'zurückgckehrt ist, wohin er mit den
übrigen geraubten Kunstwerken wandern mußte? So viel
ich mich indessen erinnere, war er von größerem Verhältnisse
als der, welcher jetzt zur Statue gehört. — Ich habe Ur-
sache zu glauben, daß die von Ca plus Eecueil d' Anti-
quites Tom. II. pag. n6. folg, beschriebene und auf
Planche 59. gestochene Statue, sich auf unsere Berlinische
bezieht, welche damals sich noch in Rom in den Händen des
Kard. Polignac befand; Zeichnung, Fundort, Größe und
Material: „Pierre de touche“ — stimmen sehr überein.
Ca plus macht ihr große Lobsprüche; irrt sich aber augen-
scheinlich, wenn er sie für ein Werk des ältesten Grie-
chischen Stils hält. Er scheint sie nur nach der Schil-
derung des Zeichners, QcxxnSally, Bildhauer des Königs,
der sie in Tivoli kopirte, zu kennen.

14.) Markus A urelius im Panzer, lebensgroß, von
weißem Marmor, aus der Villa Negroni,im Königl. Schlosse
zu Berlin; gut erhalten und von nicht geringem Werthe.

15) Trajanus sitzend, in heroischer Gestalt, kolos-
sal, aus der Villa Negroni. Vielleicht ursprünglich ein
thronender Jupiter, mit angesetztem Arm und altem Kopfe
Trajans. Im Vorsaal der Villa Sanssouci.

vielleicht eines orakclgedenden Priesters, ertönen zn lassen. Bei dem
höheren Standpunkte der Bildsäule ist diese Oeffnung, vom davorlie-
senden Saume der Tunika bedeckt, gar nicht zu bemerken.
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