Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: IX
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0011
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Vorbericht.

ix

S. 6. vergl. Anmerk, i.) wirklich geschieht, so mußte Herr
Hirt darthun, daß die Nachrichten von Kunstwer-
ken, welchebeiHomer Vorkommen, keineKunst-
cultur bei den Griechen erweisen. Der Vers,
läßt hierbei die Frage, ob die Stellen, in denen von Kunst-
werken die Rede ist, nicht vielleicht spatere Einschiebsel sind
(wie Heyne ad Iliad. Vol. VII. p. 690. die Beschreibung
des Schildes bis in die Solonischen Zeiten hinabdrückt),
gänzlich bei Seite liegen; aber indem er sie alle für echt gel-
ten läßt, macht er auf den Umstand aufmerksam, daß Ho-
mer nur zwei der schwierigsten Arten von Kunstwerken, Tep-
piche mit Figuren durchwebt, und metallene Werke von
getriebener Arbeit erwähne; diese aber nur nach dem Effekte
der vollendeten Arbeit, nicht aber nach ihrer technischen
Entstehung beschreibe. (Hierzu konnte der Dichter seinen
guten Grund haben, der von der Entstehung des Werks
unter den Händen des Künstlers wirklich so viel zeigt, als
die poetische Kunst verstatten mochte.) Er stelle in der
Werkstatt Vulkans die gewöhnliche Einrichtung einer Schmie-
de, nicht aber eine eigentliche Kunstwerkstatt dar.
(Auch hierauf möchten wir keinen besonder» Werth legen.)
Wichtig ist aber, und der Behauptung des Vfs. vorzüglich
günstig der Umstand, daß, so wie alle Bildwerke beim
Homer Arbeiten des Hephastos, oder (II. 23, 741.) der
Sidonier; so alle Gewebe Werke der Pallas oder Phöni-
zischer Frauen sind. Er erwähnt keine Götterbilder, außer
der Pallas in Ilium (II. 6. 303.) nicht einmal die höl-
zernen Dadalischen. Die von ihm erwähnten Kunstschätze
sind ausländisch, ägyptisch, oder cyprisch, oder phöni-
zisch. Woraus denn wahrscheinlich wird, daß Homer nur
ausländische Kunst vorfand, und daß die Beschreibungen
dieser Art, die er seinen Gedichten eingewebt hat, gar wohl
aus der Kenntniß fremder Kunstprodukte hervorgegangen
seyn können.-In dem fünften Abschnitt, wel-

cher kritischen Bemerkungen undLesarten zur
Erklärung alter Denkmäler bestimmt ist, finden
wir zuerst die Frage: was sind ctxoXiä ljp*ya in der
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