Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: XI
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0013
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Vorbericht.

XI

wollen: „in den alten Tempeln findet man alte Statuen,
in den neuern aber anspielende Kunstwerke. Da wird der
Latona ein Scepter in die Hand gegeben; auch Ortygia
muß hinzugefügt werden , wie sie in jeder Hand ein neu-
gebornes Kind hält." Wir überlassen den künftigen Aus-
legern des Strabo, zu entscheiden, ob seine Worte zur An-
nahme einer solchen Kritik (<txoXux xgtcng) berechtigen,
und ob überhaupt solche oblique Rede in seiner Art sei;
so wie wir von denen, die diese neue Erklärung vorziehen
dürften, auch Begründung des angenommenen Sprachge-
brauchs, sowohl überhaupt, als auch besonders aus dem
Werke des Strabo erwarten. Daß der Wiener Interpret
auch XxoA/a dcrixara herbeiziehen würde (weil zu ihrem
charakteristischen gleichfalls die Anspielung gehört habe?)
hatten wir nicht erwartet. *) — Was heißt Olym-pium
beim Plinius XXXV. 8, 34. ebenfalls von Fr. Ja-
kobs. Es sei das Olympium oder Olympieum, der
Tempel des Zeus in Athen zu verstehen, den Phidias mit
Gemälden geschmückt habe. Die Priorität dieser ohne Zwei-
fel richtigen Erklärung gebührt Herrn Rektor Siebelis,
welcher im Sachregister zu Winckelmanns Werken (Phi-
dias S. 324.) schreibt: „Die Stelle des Plinius vom

Phidias: Olympiumcfue Athenis ab eo pictum, ist
wohl weder von Perikles dem Olympier, noch vom Olym-
pischen Jupiter zu erklären, wie das beigefügte Athenis
bezeugt, welches andeutet, daß Athenis von einem Orte
zu verstehen sei. — Und so möchte das Olympium Athe-
nis der Tempel des Olympischen Jupiter zu Athen sein, ro

*) Nachtrag aus einem spatern Brief meines Freundes: »viel-
leicht möchte noch bemerkt werden, daß ich die 2n6xa epya mit
namentlicher Anführung des gleichgesinnten Uhden, schon im Jahre
Igro. in der Rede über den Reichthum der Griechen an plastischen
Kunstwerken S. 15. not. 24. anempfohlen habe, und daß eine von
mir unbemerkte Erklärung der saoAia epya im gten Bande von
Winckelmanns Werken auf der vorletzten Seite unter den Verbesse-
rungen steht."
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