Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: XV
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0017
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Vorbericht.

xv

neu kann« *) Warnm sollte also nicht diese ganze
Fabel unter die von Otts. Müller so wahr und scharf-
sinnig bestimmte erste Claffe der Mythen **) gehören,
deren Entwickelung bei weitem die schwierigste ist, in
denen sehr mannigfache und verschiedenartige Stoffe zu
einem Ganzen verbunden, bald dem Dienst eines Lokal-
gottes angehören, bald die Oertlichkeit eines Landes
angehen, wo der Mythus einheimisch war, bald ge-
sellschaftliche Zustände des Volks bezeichnen u. s. w. ?
Und da stch nun einmal das Roß, als ein wahrer Imj-
kvg nicht autochthonistren läßt, warum sollten da nicht
mehrere Grundsätzen in diesem aus den ^verschiedensten
und vielfarbigsten Stoffen gesponnenen Gewebe« phö-
nizi'fchen Kauffahrern und Ansiedlern zugeschrieben wer-
den können? ***)

Einen eigenen Nachtrag zur Abhandlung über das
Memnonsbild im britischen Museum von D. Noehden
werde ich am Schluß dieses Vorberichts mittheilen und
durch eine lithographische Tafel zu erläutern das Ver-
gnügen haben.

Hier bleibt mir nur noch das Geschäft übrig, eini-
ges über die in diesem Bande aufgenommenen Aufsätze

*) Tlo?ibcLv ist gewiß die Urform, ionisch noaibt]^ u. s. w.
S. Schwenk's etymolog. Andeutungen S. 136. und
Ottf. Müllers Prolegomena S. 290.

**) S. Prolegomena S. HZ f.

***) Dürfte ich bei meinem so zweifelhaften Gesundheitsstande
zu so mannichfachen noch nicht erfüllten Versprechungen noch eine
neue fügen, so würde ich sagen, daß eine schon langst vorbereitete
Entwicklung der ganzen Poseidonfabel, wovon der Aufsatz im 2ten
Bande der Amalthea nur eine Probe war, im 4ten Bande der
Amalthea mitgetheilt werden soll.
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