Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: XXII
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0024
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Vorbericht.

jetzt aus voller Ueberzeugung die Ansichten meines Wei-
marifchen Freundes getheilt habe Doch wer kann sa-
gen, welche neue Frucht uns der morgende Tag noch
immer aus den Garten der Hesperiden bringen werde?

Seit Ottf. Müller diese alten Denkmale des
hieratischen Styls dieser Sammlung als Beitrag schenkte,
ist nun auch die erste Abtheilung des von der Ber-
liner Akademie der Wistenschaften freigebig besorgten
und von ihrem ruhmwürdigen Stimmführer, Prof.
Aug. Boeckh herausgegebnen Corpus Inscriptionum
Graecarum erschienen, eines Werkes, besten Erschei-
nung in der Paläographie, Wort- und Alterthums-
forschung eine neue Epoche begründet und vor den
Herausgeber, Boeckh, die lebhafteste Hochachtung ein-
fiößen muß, weil er den reichsten Stoff überall wie
ein Meister zu benutzen und zu beherrschen wußte.
Schon in der ersten Abtheilung wird sowohl von der
Inschrift, welche sich an einer der sitzenden Statuen
am heiligen Wege zum Didymäischen Apollotempel bei
Miletus befand (S. Seite 42.) als von dem so oft
in seiner Aechtheit bezweifelten Weihgeschenk aus dem
Pembrokischen Museum, worüber Müller mit so vie-
lem Scharfsinn und belehrender Autopsie spricht, mit
erschöpfender Belesenheit alles beigebracht, was noch
zu erinnern übrig blieb und insbesondere das ange-
führte cv%a(ji(jT{:liv mit großer Belesenheit, die wenig-
stens durch die Analogie siegreich ist, tapfer vertheidigt. *)

*) <A. Corpus Inscriptionum Graecarum Vol. I. Fascic. I.

n. 34. p. 50. ff. vergl. mit n. 40. p. 55. wo ohne weitres Eingehn
in die Figur des Reliefs die Inschrift auf dem hier mitgetheil-
ten sarnothrakischen Relief angeführt ist.
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