Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: XXV
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0027
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Vorher ich t. xxv

vertheidigt hak, noch nicht alles ins Reine gebracht
seyn; unverkennbar sind die Spuren von gewaltigen
Bauvereinen der alten Welt, da nicht bloß mythische,
sondern auch materielle und plastische in den noch vor-
handenen kyklopischen Constructionen und uralten tyr-
rhenischen Bauwerken uns ansprechen und auf eine
wunderbare Weise mit ihren geheimen Verbrüderungen
und Kennzeichen mit den Bauhütten neuerer Zeit und
den daraus jetzt allgemein abgeleiteten Misteries einer
durch ganz Europa verbreiteten Brüderschaft Zusam-
mentreffen. Von dieser Seite wird die Klenzische
Abhandlung, die selbst sehr deutliche Winke darüber
ertheilt (S. 89*)/ auch für solche Forscher und Ge-
schichtssreunde an Interesse gewinnen, welchen die klas-
sische Archäologie sonst wenig Unterhaltung gewährt.

Die Vorlesung des Hrn. Professors Tölken über
Apelles und Antiphilus (S. 113 ff.) ist ein willkomm-
ner Beitrag zur Kritik der griechischen Kunstgeschichte.
Es ist erfreulich, daß der scharfsinnige Forscher von
dem Auskunftsmittel, zwei Apelles und zwei Antiphi-
lus anzunehmen, am Ende keinen Gebrauch machen
zu müssen glaubt. Denn dieser Ausweg die Anachro-
nismen und Widersprüche in der griechischen Kunstge-
schichte durch eine Art von Diplastasmos, oder Ver-
doppelung der gleichbenannten Personen zu lösen, ist,
seit Heyne einige gelungene Versuche der Art wagte,
neuerlich bis zur Ungebühr eingeschlagen und gemiß-
braucht worden. Die wahre Lösung des Räthsels
ist, 'wie am Ende der Abhandlung deutlich genug
zugestanden wird, daß dieses Geschichtchen nichts als
eine der Fabeleien ist, deren Lucian so gern zur Be-

Amalthea I1T. * * *
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