Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: XXVIII
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0030
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xxvni Vorbericht«

legung, man habe dadurch, daß Statuen als Stellver-
treter von Säulen angewendet wurden, hauptsächlich
eine reiche prachtvolle Verzierung bezweckt, beizu-
pflichten. Der Künstler benutzte die Veranlassung und
legte Bedeutung in dergleichen tragende Statuen, wie
z. B. dieß von der persischen Halle in Sparta der Fall
war. Die Bedeutung der Karyatiden am Pandroseum
ist mir nie ganz klar geworden, und die Karyatiden in
der Villa Albani, welche sonst im Pallast Mattei ge-
standen, scheinen bloß gemacht, um gefällig zu verzie-
ren, ohne weitre Beziehung. Noch will ich die Be-
merkung beifügen, wie von sehr alter Zeit her tragende
Figuren in der Kunst üblich gewesen sind. Denke man
an das eherne Meer von Stieren getragen in Salomons
Tempel; an die von drei colossalen Figuren getragene
eherne Schaale, welche Kaufleute von Samos vom
Gewinn ihrer Fahrt nach Tartessus der Juno weiheten.
Noch vorhanden ist eine von 4 herkulischen Männern
getragene große Schaale im Garten der Villa Albani
und außer der Z vom Rücken gesehenen nackten weibli-
chen Figuren aus der Villa Borghese, die in der Ab-
handlung angeführt sind, gab es in derselben Villa drei
zierlich bekleidete, welche von vorn gesehen mit aufge-
hobenen Händen eine Schaale trugen, aus welcher
Wasser sprang. Ungefähr ähnliche dergleichen Denk-
male ließen sich vielleicht noch mehrere anführen." Am
meisten wünschte ich Kenner, die ihre Untersuchung
an Ort und Stelle anzustellen Gelegenheit haben, auf
das neue im Museo Borbonico befindliche Puteolani-
sche Marmorrelkef, welches auch Mazois in seinem
unvollendeten Werk über die Pompejanischen Ausgrabun-
gen im erklärenden Text als Vignette mitgetheilt hat
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