Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: XXIX
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0031
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Vorbericht.

XXIX

(p. 59.), aufmerksam zu machen. Die Inschrift we-
nigstens ist apokryphisch. Wir erwarten zu seiner Zeit
Voeckh's entscheidendes Urtheil darüber!

Der antike Scherz in Bronze, das Käuzchen der
Minerva, als Mäusetödter, vorstellend, könnte mir
leicht den Vorwurf zuziehn, als ob ich einen so un-
bedeutenden Gegenstand zu ernsthaft und zu ausführ-
lich behandelt habe. Ich gebe es für nichts, als eine
Zugabe und warum sollte hierbei nicht auch ein archäo-
logischer Spaziergang erlaubt seyn? Die Echtheit des
Bildwerks ist gewiß nicht zu bezweifeln *). Es sei mir
gestattet, aus einer spätern brieflichen Mittherlung mei-
nes trefflichen Freundes, des Prof. Rauch in Berlin,
darüber noch etwas nachzutragen. „Ich begreife nicht,
wie jemand gegen die Stellung und Idee dieses Bild-
werks in Beziehung auf die drei Mäuse einen Zwei-
fel erregen möchte. Unser wackrer Emil Wolf schrieb
mir aus Rom, daß die Clanwilliamsche Copie zu-
verlässig über eine antike Bronze, welche der Herr
Gherardo de Rosst besaß und an den Herrn Bonelli
nach England verkaufte, durch den Bronzegießer Boöchi

*) Hr. Hofrath Snbnet, der jetzige Aufseher des Braun-
schweigischen Museum, schrieb mir auf meine Anfrage unter dem
10. Juli 1324. »Woher wir die schöne Eule erhielten, nach der
Sie fragen, darüber finde ich keine Nachricht, so wie über so viele
andere Gegenstände, deren Geschichte man vernachlässigt hat. Von
unserm Onyxgefäße, von welchem noch nicht einmal ein erträglicher
Kupferstich vorhanden ist, hat mein Vorgänger, Hofrath Emperius,
eine wohlgerathene Zeichnung von einem hiesigen Meister, Bar-
thel, verfertigen lasien und diese wird hoffentlich im Stich mit einer
von S. hinterlassenen Abhandlung erscheinen. Ich werde gern da-
zu beitragen, daß die Kenntniß davon verbreitet werde."
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