Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: XXXVI
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0039
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XXXVI

Vorbericht.

fangenen und nicht mit Klaproth's Waffen streitenden
Alterthumsforscher uns aufschließen. Bis er nun selbst
in wenigen Wochen durch seine Probeschrift, welche den
Titel führen wird: Paidimenta Hieroglyphica. Acce-
dunt explicationes decem inscriptionum hierogly-
phicarum atque specimina glossarii et alphabeti
Hieroglyphici, den von ihm gefundenen Schlüffel, wo-
durch er in Berlin 6 Bogen Inschriften vollständig
lesen konnte, zur offnen Kunde und es zur Evidenz
bringen wird, daß die Hieroglyphen nur Buchstaben
sind, (und zwar die hieratischen verziert und zu Din-
gen des gewöhnlichen und des heiligen Lebens etwas
verziert und ausgemalt) und daß die Sprache der
in Papyrusrollen gefundnen Urkunden nicht eine he-
bräische, sanskridische, koptische u. s. w., sondern
die altägyptische, die Mutter der koptischen sei, mag
folgender Auszug aus seinem Briefe vom n. Juli
wenigstens als vorläufige Notiz hier noch einen Platz
finden. Ich hatte ihm das hier beigesügte lithogra-
phirte Blatt zugeschickt und angesragt, ob er dieß
nach seinem Schlüffel zu lesen vermöge, auch wohl
noch mit Beziehung auf Zoega's Entzifferungen und
Classificationen der Hieroglyphen einige Zweifel geäußert.
Darauf schrieb er nun folgendes:

„Glauben Sie ja nicht, daß die Sache in einem
Augenblick und kürzlich erst zur Reife gediehen ist.
Schon eine flüchtige Prüfung der Spohnischen Papiere
befestigte meinen alten Unglauben an eigentliche Hie-
roglyphen, so wie die Meinung, daß die Bilderschrift
alphabetischer Natur seyn müsse. Ich bemerkte und
erkannte deutlich hieroglyphische Bu ch sta b en, bald
auch ganze Wörter. Doch blieben immer noch Zweifel.
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