Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: XXXIX
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0042
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Vorbericht.

XXXIX

schrieb: „Unter allen Turiner Gelehrten zolle ich dem

würdigen Peyron die größte Achtung. Er arbeitet
jetzt an der Herausgabe der ig griechischen Papyrus-
rollen des herrlichen ägyptischen Museum Ln Turin.
Schade, daß so viele der unsäglichen Schätze desselben
durch Drovetti's unverantwortliche Lüderlichkeit zu
Grunde gegangen sind, da so vieles schlecht, so vieles
andre gar nicht gepackt wurde. So zerrieben sich die
schönsten Gemälde der Mumiensärge; so wurden manche
Statuen bloß, ohne Kisten, in Ketten von den Trä-
gern in das Lazaret und daraus wieder ins Museum
geschleppt, und zerrieben sich oder wurden jämmerlich zcr-
stückt, daß sie hernach erst wieder mühsam zusammenge-
sucht und restaurirt werden mußten. Eine unglaubliche
Barbarei Drovetti's! Der Conservator des ägyptischen
Museums, Cinquentino, ist aufs tiefste von seinen
Einsichten in die Entzifferung der Hieroglyphen über-
zeugt. Viel hängt von seiner Liberalität ab, damit den
fremden Forschern hier alles zugänglich sei, da selbst
Peyron hier nicht ohne Schwierigkeit seine Forschung
anstellen konnte." *)

*) Die größte Aufmerksamkeit in Beziehung auf die jetzt von
Frankreich aus so mächtig uud vielstimmig gepriesene Hieroglyphen-
entzifferung des jünger» Champollion, der nun auch Rom und
Neapel zum Theater seiner Offenbarungen gemacht und die Krö-
nung in Rheims durch einen Obeliskentransparent mit Hieroglyphen in
der Villa Medicis verkündigt hat, verdient eine eben in London er-
schienene Schrift des gelehrten britischen Generalconsuls in Cahiro,
Herzog Salt: Essay on Dr. Young’s and Champollions plio-

netic System of Hieroglyphies, with some additional Discove-
ries, by wlnch it may by applied to decipher the naraes of the
ancient bings of Egypt in Ethiopia. London, LvNgama IZ25. in
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