Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 26
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ten Apelles benutzte. *) Was indeß die Nagel betrifft, so
kann man Apelles Urtheil schwerlich beipfiichten, der an
einigen Korinthischen Arbeiten aus Erz hervorstehende Punkte
wie Nagelköpfe bemerkte, die aber mit den Meißeln (xoX«77-
rijpcri) hervorgebracht waren und nur zur Zierath dienten,
und solche auch hier gemeint glaubte. Bei Homer waren
die Nagel gewiß was sie hießen, und wirklich hineingetrie-
ben, was ganz zur Simplicität der ältesten Kunst stimmt.
Auch meinten schon alte Erklärer, daß die Nägel von außen
hineingetrieben seyen, und nannten dies empästische
Kunst ('T£%vy efmaurriUTj.) Empästik ist der Ausdruck,
der die mit gvldnen Nägeln verzierten Scepter der Homeri-
schen Könige, **) so wie alle Arbeit bezeichnet, wo Zier-
rathen oder Figuren von Metall auf einen Grund, sei es auch
von Metall oder sonst befestigt, hineingeschlagen und auf
die besagte Weise verbunden werden. ***)

Auch in nachhomerischen Zeiten blieb der Dreifuß lange
das Werk, welches den Erzarbeiter am häufigsten beschäf-
tigte, und die Hallen und Vorhöfe des Tempels am meisten
füllte, ehe Athleten-und anathematische Statuen gewöhnlich
wurden, f) Bei der hohen Schätzung derselben läßt sich
annehmen, daß die Griechen auch nirgends früher kostbare
Metalle angewandt haben als hier. Doch ist in älterer
Zeit nicht von silbernen, dagegen oft von goldenen Tripoden
die Rede, unter denen man sich freilich mit wenigen Aus-
nahmen nach alter Weise stark vergoldete zu denken haben
wird. So war der Dreifuß, auf welchem die Pythia saß,
nach den Dichtern ein goldner, -HO und das Ismenische

*} Ebd. ii, 488. a.

** ) Von diesen wird ganz wie vom Nestorischen Becher gesagt:
jcpvGtiois yTioiGi n&napp.ivov.

***) S. besonders das von Lobeck zu Sophokles Ajax V.846.
S. 357> über die Empästik Gesammelte.

-J-) So war besonders Sparta wegen des Cultus des Apollon
no\vTpixovs, Alex. Aetolos in Bruncks Anal. T. I. p. 413. epgr. 5.
ff} Außer Euripides f. Aristoph. Plut. 9. jcpvGy'XaTot.
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