Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 31
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und in den Untersatz eingefugt denken, da man Stützen des
Kessels aus dünner Bronze weder überhaupt brauchte, noch
auch dazu Bildsäulen von Göttinnen genommen haben
würde. *) Ganz etwas anders ist es mit einem Dreifuß
im Olympieion von Athen, wo das eherne Gefäß auf stei-
nernen Figuren von Persern ruhte, die hier ganz die Stelle
der Füße vertreten zu haben scheinen. **)

Dagegen standen wieder in den Dreifüßen der Tripoden-
straße von Athen Figuren und Gruppen, ganz wie bei den
AmyklaischeN; ***) so war unter einem der berühmte Satyr des
Praxiteles aufgestellt, unter einem andern Dionysos, dem
ein Satyrknabe den Becher darreicht, unter einem dritten,
wie es scheint, Dionysos und Eros von Thymilos. ch)
Als eine Nachahmung solcher Kunstwerke können wir den
auf der Via Appia gefundnen marmornen Tripus des Va-
tikan betrachten, -fl-) der nur in Mezzorelievo aus einer
Flacheheraustritt, und auf dieser zugleich den Kampf des

und Erklärung ich fast ganz annehme. Für ro-Cs bk app. bdna hat
die Claviersche Ausgabe bencxTr/v, was in der Erklärung im Gan-
zen nichts verändert.

*) Basreliefs an den Füßen waren es nach Siebelis Register
zu Winckelmann S. 383- 89- vgl. Cayluö Recueil T. I. p. 161.
Dagegen spricht aber wohl der Ausdruck: vxd — dsTr/r.ei.

**) Paus. I, i8> 8- Nach dem Vcrzeichniß von Clarke Greek
marbles n. 35. p. 54. befinden sich darunter drei weibliche aneinan-
derstehende Figuren von einem Tripus von Athen; ich konnte sie
unter den übrigen Clarkischen Marmors zu Cambridge nicht finden/
und kann so keine genauere Notiz davon geben.

***) Paus. I, 20. 1. Tpinobss — jiV7)}j.7]s ixi,ia fiaXisra nepi~
iy.0VTts eipyaSfiiva.

f) Vgl. Visconti Mus. Pio CI. T. 2. p. 95 c.

tt) Visconti Pio CI. T. V, tv. 15. vergl. den Borghesiani-
schen, abgebildet im Pio CI. T. V. tv. 4, A. wo die Figuren ganz
aus dem Tripus heraustreten, und dieser mehr zum Hintergrund
dient.
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