Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 33
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Gavin Hamilton Ostia gefundne marmorne. *') Er hat
einen sechseckigen Untersatz, dessen längere Seiten zwischen
den Füßen ausgebogen sind; die Füße sind unten mit
Löwenklauen und oben mit Bukranien verziert; in der Mitte
stützt eine runde Säule den Kessel, die mit großblättrigem
Laubwerk von Akanthus umgeben und von der Pythischen
Schlange umwunden ist; auch hängt der Köcher des Gottes
daran. Am Kessel sind geflügelte Gorgonenhäupter, drei
ringsherum, zwischen den Füßen in Basrelief angebracht,
der Euripideischen Beschreibung des Pythischen Adytons
gemäß: cifiCpl da Togyovag. **) Der oben durchbrochne
Theil des Dreifußes, wo Ringe und Holmos sitzen, ist ganz
massiv, um die obere Platte liegt ein Lorbeerkranz, ähnlich
jenem Ptolemäischen, darunter geht eine Art Fries mit Grei-
fen und Delphinen verziert umher. Von diesem ist darnach
wirklich glaublich, daß er als Weihkessel bei Lustrationen,
überhaupt zum Gebrauche des Cultus, diente. — ***) Ein
andrer angeblicher Dreifuß dagegen, der an dem besagten
Friese die zwölf Himmelszeichen trägt, ch) ist gar keiner, da
er auf vier Füßen oder Pfeilern steht, die mit Göttergestal-
ten in Basrelief verziert sind. Doch wir verzichten darauf,
alle mannigfaltigen Formen, die der Römische Luxus und

*) Piranesi tv. 60. 6r. Pio Clement. T. 7. tv. gr. vergl.
p. 71. Moses Vases pl. 75. Er war tut Musee Napoleon, aber ist
jetzt wohl wieder im Vatikan.

**) Ion. 22z. vgl. V ött ig er s Furienmaske S. 14.

***) Daß man besonders Dreifüße zu Spendopfern brauchte,
zeigen manche Reliefs, besonders deutlich das im 5npplement aux
Antiq. de Montfaucon T. 2. pl. 22, abgebildete. Andre trugen Koh-
lenpfannen (zum Rauchern); eine solche aus gebrannter Erde hat
man noch in einem Pompejanifchen Dreifüße gefunden, den Winckel-
mann beschreibt, Werke II. S. 73. vgl. Siebelis Sachregi-
ster S. 72.

ch) Piranesi tv. 90. 91. der Tripus Df. 92. aus der Villa Pom-
peji in Albano hat zwischen den Füßen auf besondern Säulen

Amalthea III. Z
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