Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 40
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lichen und bezweckten Nachahmung eines altern Styls wie
in den sogenannten monumens choragiques ist hier noch
keine Spur — nach alter Weise handwerksmäßig fortge-
arbeitet wurde. Und weiter können wir schwerlich in die-
ser Sache gehen.

2.

Fragment einer sitzenden Statue auf der
heiligen Straßezum Didymäischen Apollon
bei Milet.

( S. Kupfertafel III. Fig. 2.)

Von dem H e i l i g L h u m des Didymäischen Apol-
lon bei Milet führte eine Kunststraße nach dem etwa
2ooo Schritt entfernten Meere, eine heilige Straße, auf
welcher die in dem Hafen — einem wahren Panhormos,
wie er hieß — landenden Besucher des Gottes und seines
Orakels mit ihren Opfern, Chören, Pompen festlich und
feierlich bis zum Tempel ziehn konnten. Zur rechten und
zur linken dieser Straße stehen in unordentlichen Reihen
sehr viele, sechzig bis siebzig, Statuen, bekleidete und auf
Thronen sitzende Figuren darstellend, mehr oder weniger zer-
trümmert und verschüttet. Nachdem diese lange völlig un-
bekannt geblieben waren, *) hat zuerst der Architekt Gandy,
der im Aufträge der Dilettanten - Gesellschaft diese Gegen-
den bereiste, Zeichnungen von ihnen genommen, und eine
Ansicht von einigen derselben gegeben, die nur in gar
zu kleinem Maaßstabe und ohne alles Detail ist. Diese

*) (E1) 0 i feu I» © 0 u ff i e.y Yoy. pittor. T. 1. pl. in. vergl.
p. 179. giebt zwar einen Plan der Gegend, doch ohne eine Andeu-
tung dieser heiligen Straße.
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