Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 42
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der Psammetichischen Königs - Dynastie mit dem Milesischen
Tempel, als ein Weihgeschenk eines Necho z. B., *) ange-
sehn werden kann. Doch über alles dies hat uns die Zu-
kunft gewiß noch manchen schönen Aufschluß Vorbehalten, und
die es mit der Wissenschaft redlich und ernsthaft meinen,
mögen solchem getrost entgegensehn. —

Was nun aber das Alter dieser Bildsäulen betrifft, so
werden gewiß die meisten, wenn nicht alle, Archäologen
der Zeit geneigt seyn, sie wenigstens bis Olymp. 60, wenn
nicht 50, hinaufzurücken, und für Werke zu erklären, die
den von Dipönos rmd Skyllis in der Skulptur hervorge-
brachten großen Bewegungen vorausgingen. Und in solcher
Zeit mögen denn vielleicht auch wirklich die ältesten der Art
verfertigt seyn, die man vielleicht einmal von den jüngern
wird unterscheiden lernen. Daß aber manche davon sicher
nach den Perserkriegen gearbeitet sind, lehrt die Inschrift,
die unter mehrern andern bis jetzt allein copirt ist. Die
besagte Ansicht giebt den Platz an, wo sie eingegraben ist,
in der Seitenwand des Throns einer halbabgebrochnen
Statue; eine genauere Copie davon verdanke ich der freund-
lichen Güte Colonel Leake's. Da die Form der Buchstaben
hier nicht ausgedrückt werden kann (das Z hat den vertica-
len Mittelstrich, das Ick ist ein quer durchstrichnes Quadrat,
das G enthält ein sog. Andreaskreuz, das A ist wie in der
Inschrift des vorigen Monuments, das Ganze ist ßovazQo-
(p7]0ov geschrieben) so gebe ich sie hier in gewöhnlicher
Schrift, nur die Ordnung der zweiten und vierten Linie
umdrehend:

— MH2IANAZHM
EA2ANEQHKEN
AMA^nnrnn
OAAnm.

Ich habe aber dabei gleich einige sehr augenscheinliche
Verbesserungen benutzt, die mir zum Theil Herr Professor

) Vergl. Herod. 2, 159.
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