Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 44
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kein Anekdoton mehr, da es schon Bimard de la Bastie, dem
es Montfaucon mitgetheilt hatte, bei Muratori liieg. Inscr.
T.1. p- 35- herausgegeben, und mit einem manches brauch-
bare enthaltenden Commentar begleitet hat. *) Auch ist
eS schon ein Gegenstand zweifelnder Kritik geworden, da
Maffei * **) die Aechtheit desselben besonders um der daran
befindlichen Inschrift willen bestritt, und eS auS archäolo-
gischen, paläographifchen, geschichtlichen Gründen, die in-
deß fast alle nichtig oder unbedeutend find, für eine bloße
Erfindung hielt. ES war nämlich nur eine Zeichnung
davon auS unbekannter Hand auf seltsame Weise an P.
Montfaucon gekommen; blos diese hatte Maffei gesehen,
und weiter keine Nachricht von der wirklichen Existenz deS
Monuments erhalten können. — Hier ziehen wir daS
Bildwerk in Betracht, erstens als an den alten Kunststyl in
mehrfacher Hinsicht anstrcifend, zweitens als in der Inschrift
ein Mittel zu näherer Bestimmung deS Zeitalters enthaltend,
und dann auch deS Gegenstandes und der Bestimmung we-
gen, die gerade hier mit einer sonst seltnen Deutlichkeit vor
Augen liegt.

DaS Basrelief ist in der flachen Weife der altern Kunst
gearbeitet, und zeigt auch die Sorgfalt, Pracision und
Nettigkeit in der Ausführung, die dieser eigenthümlich ist.
Leider ist eS bei irgend einer Reinigung etwas retouchirt,
und die Buchstaben der Inschrift nachgekratzt worden. Doch
trägt eS den unverkennbaren Stempel der Aechtheit, und
eine genauere Besichtigung hebt alle jene Zweifel Maffei'S.
Der Styl in der Zeichnung steht in der Mitte zwischen dem
eigentlich alten, z. B. an dem dreieckigen Altar aus Villa-
Borghese , und dem der Basreliefs vom Parthenon. Die

*) Die Inschrift ist auch gedruckt Nouveau traite de diplom.
T. I. p. 2. sct. 2. p. 626. C 0 rsini dissert. agonist. p. 5Z. vergl.
Append. ad not. Graec. p. 17. Spiegaz. di due ant. iscriz. p. 4.

** ) Museum Veron. p. CCCCX. und bei D 0 nat. Suppl. ad
Murat. p. XIX. Ihm folgt Villoifon Anecdöt. T. 2. p. 169.
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