Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 50
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den alten nur in einigen Stücken , z. B. dem gefältelten Ge-
wand um die Hüfte des Kriegers, und dem Besatz des
Obergewands der Viktoria anstreift, aber leider sehr abge-
rieben , wozu das etwas starke Relief der Figuren beigetra-
gen. Theils über, theils unter dem Basrelief ist auf der-
selben Tafel eine Inschrift, von der indessen Anfang und
Ende fehlt; das Erhaltene besteht ganz aus Namen, auf die
wir ein wenig spater wieder zurückkommen werden. Das
dritte Basrelief endlich, das Blundell'sche nämlich, haben wir
nicht nöthig zu beschreiben, da die beigegebene Abbildung es
deutlich genug vor Augen steÜL. Die Vergleichung nun die-
ser drei Kunstdenkmähler zusammen, gewährt den vollstän-
dig begründeten Schluß, daß Visconti das zu Paris ganz
richtig als ein Siegsopfer eines Athenischen Feldherrn an
Pallas Polias gedeutet habe, indem nur hieraus alle Einzel-
heiten sich ganz vollständig erklären. Alle drei Reliefs
haben gemein, i) die Figur der Pallas auf einer Säule,
ohne Zweifel das aus Olivenholz verfertigte Holzbild, dem
bei jedem Panathenaischen Feste ein neuer Peplos umgelegt
wurde. *) Der Peplos liegt mit der breiteren Mittelfalte
über dem Chiton, darüber ein Diploidion und die Aegis;
es ist dies das vor Phidias Zeiten herrschende und allge-
meine Costüm der Göttin. 2) Die Figur der Nike, die
auf dem Blundellschen Relief geflügelt, auf den beiden an-
dern ohne Flügel ist, und darum auch vielleicht für eine
Priesterin der Göttin gelten kann. Statt daß solche Figu-
ren sonst als libirend dargestellt werden, laßt sie hier in
engerem Bezüge auf den bestimmten Cultus das heilige Thier
der Gottheit aus der Schale trinken. Z) Die Schlange als
olxov^og uCptg. Partial dagegen finden sich in einem oder
zwei dieser drei Bildwerke folgende Stücke. 4) Der sieg-
reiche Held, der aber vielleicht auch dem Blundellschen nicht
ursprünglich fehlte, sondern nur links weggebrochen ist.

*) S- Poliadis sacra et aedem — p. 2Z. vergl. noch Dlvdor.

Fragm. 14. p. 640. Wessel. Plurarch Fragni. 10. p.291. Hutt.
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