Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 55
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-Ein altes Sprichwort sagt: „der guten Dinge sind

drei" und so waren es auch die Ihrer letzten freundlichen
Mittheilung. In der That, ich bin fast zweifelhaft, wofür
ich Ihnen, mein verehrter Freund, am meisten danken soll,
für Ihren lieben sehr angenehmen Brief, der wohlwollender
Gesinnungen und guter Nachrichten voll war; oder für die
schöne Gabe des zweiten Bandes der Amalthea; oder
endlich für die Bekanntschaft, die ich auch Ihnen verdanke,
des sehr braven und gebildeten Professor Gerhards, mit
dem ich in unserer alten Roma gute Stunden verlebe.

Sie wünschen, daß ich Ihnen über die merkwürdige In-
schrift des Olympischen Helms, den ich im I. 1820 bekannt
machte, meine jetzige Meinung mittheile. Ich thue dieses
um so lieber, als ich freudig erkenne, daß der schöne Helm
aus dem kritischen Fegfeuer, welches man ihm im gestren-
gen Deutschland bereitete, gelautert hervorgegangen ist;
auch weil ich noch Etwas, zur Berichtigung des in Ihrer
Amalthea und anderswo Geäußerten und zur Vervollständi-
gung der Litteratur über diesen Gegenstand, hinzuzufügen
habe.

Der Tadel, der mich belehrt, ist mir zuverlaßig viel
lieber als ein unbedeutendes Lob, und so bringe ich vor
allen Dingen der besseren Erklärung, ( der dritten Zeile der
Inschrift) welche Boeckh und Hermann gefunden haben,
auch meine Huldigung. Nur müssen diese vortrefflichen
Männer nicht glauben, daß sie allein, oder auch nur daß
sie zuerst auf den Gedanken gefallen seyen, daß in 10IAI
„reu Ai“ und in TVRAN Etwas auf Tyrrhener zu
Beziehendes gesucht werden möchte. Das erste, nämlich
TOIAI „reo Ai“ (d: reu Au) zu erklären, hat schon
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