Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 90
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che wir mit dem Nahmen der Indischen bezeichnen können,
beschließen, treten wir jetzt in die zweite große Epoche der
Weltbildung, nämlich in die hellenische ein. Auf doppeltem
Wege aber erscheint uns diese mit der vorigen und folglich
mit dem alten Asien verknüpft.

Aus dem hohen Baktrien und vom Kaukasus her wun-
derten Kriegerstämme durch Kleinasien und über den unwirth-
baren Pontus, um sich zuvörderst in Thrakien festzusetzen,
und von diesem Scheitelpunkte aus ihre Zweige nach Süd-
und West-Europa zu treiben. Diese Kaukasier, unter dem
Nahmen der Hoys und Mardaiten, Lezgisdaner, Chamis
und Iapygier37) waren die Kelto- Skythen38), welche nach
Europa zogen, und dort den Stamm der Pelasger bildeten,
deren Abkömmlinge, die christlichen Schypetars, Albaneser,
und Arnauten, sich noch heute in die vier Hauptstämme der
Hegen oder Mirditen, Topiden^s) Chamiden und Iapys
theilen^o), und sich wie die alten Hellenen durch vier
Sprachdialekte unterscheiden. 4I) So wie diese den äoli-
schen, dorischen, jonischen, und attischen Dialekt hatten, so
reden auch noch heute jene Schypetars, wie ihre Vorfahren
die Pelasger über den ganzen Orient zerstreut, die Hegaria,
Toskaria, Iapuria und Chamuria. Wie gesagt waren es
diese kaukasischen Pelasger, welche durch Thessalien, Epirus,
das Dorische und Böotische Gebiet, die ältesten Einwande-
rungen nach Griechenland, und vielleicht den Zster hinauf
über die rhätischen Alpen, vielleicht aber durch Istrien, nach
Italien sendeten. Ja es scheint, daß sie durch andere Stäm-
me oder durch zu großen Anwachs der Bevölkerung ge-

57) Pouqueville Yoy. en Grece T. II, p. 5°8 — 5°9-

53) Ptolem. Lib, VI.» Strabo XI. p. 349- Aelian. var. hist.

Lib. II.

Zg) Toprden und Lezgisdaner bedeuten beide Pfeilschützen.

Pouqueville a. a. O. II. p. 509.

40]) Pouqueville II. psA. 50Z. ff.

4t) ibid. II. p. 510.
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