Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 92
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So wie in Aegypten um den Phtha, so cvncentriren
sich im pelasgischen Griechenlande und überhaupt in den
mythischen Begriffen, die Namen der Sintier, Kabiren/
Daktylen, Telchinen und Kyklopen, um den homogenen Be-
griff des Hephastos. Unter den lemnischen Sintiern wird
der verkrüppelte Gott freundlich ausgenommen, als ihn Zeus
vom Olymp herabschleudert, 5») und ihre Stadt voll pran-
gender Hauser war es, die am meisten er liebt, vor allen
Landen der Erde. 52) Der erste samothrakische Kabir,
Axieros, ist bekanntlich nichts anderes als Hephastos, der
mächtige Beherrscher des Feuers und seiner Wirkungen
selbst, 53) und die Kabirische Genealogie griechischer Schrift-
steller, 54) nennt in Hephastos und Kabira, drei Kabiren
und drei kabiridische Nymphen ihre Kinder, wieder die
bedeutungsvolle Achtzahl, welche wir in Aegypten gefunden
haben. Daß diese Kabiren, welche besonders in Thrakien
und auf Samothrake verehrt worden, sich aber dem Be-
griffe technischer Wirksamkeit bestimmt anreihen, 55) beweißt
uns unter Anderem jene Münze von Thessalonika 56) ganz
unleugbar. In dieser technischen Beziehung genommen,
sind diese griechischen Kabiren aber wohl nichts anderes,
als ein und dasselbe mit den Daktylen, Telchinen, und den
mythischen Kyklopen, welche letzteren uns in der griechischen
Sage und Geschichte, deutlich erst als Gehülfen des kunst-
reichen Hephastos an der flammenden Feueresse, dann

51) Ilias i. 594.

52) Odyss. VIII, iZZ- Iß4*

55) Zoega de obel. p. 220. lülb Bassir. I, p. Y. vergl. ErLU-
zer II, p. 523. und Schelling, (über die Gottheiten von Samo-
thrake p. 11 und 12.) erklärt den Namen Axieros, aus dem Phö-
nikischen, als den Begriff des verzehrenden Feuers.

54) Pherecydes und Akusilans bei Strabo X, p. 433 — 209.

55) Schelling a. a. O. Note 104, und Hirt archaol. Bilder-
buch p. 193.

56) Millin Galler. mythologique T. I.» tab. 79. No. 330.
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