Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 95
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gewiß wieder eigenen Kasten und Stämmen angehören,
welche unter hierarchischem und monarchischem Einflüsse
standen und wirkten, und an die Zeugnisse, welche wir in
Sage und Geschichte hiefür haben, knüpfen sich vielfach
vermischt, aber stets bedeutsam, die Namen jener schon
oben erwähnten Daktylen, Lelchinen, Kyklopen, Mynier
und Tyrrsener oder tyrrsenischen Pelasger.

Die idäischen Daktylen oder Finger, deren Pherecydes 62)
zwanzig rechte und zwei und dreißig linke, andere aber
nur zehn oder gar hundert^) nennen, und von welchen
uns Kelnm, Akmon, Damanamenes, Herakles und
Salaminios 64) namentlich bekannt sind, hatten bei einem
Waldbrande am berekynthischen Berge, 65) die Kunst das
Eisen 66) und Kupfer 67) zu schmelzen erfunden. 68) Sie
waren Zauberer; die Linken knüpften, die Rechten aber
lösten den Zauber. 69) Sie glänzten nach Diodor in den
samothrakischen Geheimnissen, und unterrichteten den Or-
pheus in Musik und Gesang. 7o) Söhne waren die

neun Kureten, welche die Höhlen des Ida bewohnten, und
welchen ebenfalls nützliche Erfindungen der Technik zuge-
schrieben wurden. 7i)

Ihnen ähnlich werden die Telchinen beschrieben; sie
waren ursprünglich in Sikyon wohnhaft, und wurden von
dort gemeinschaftlich mit den thrakischen Sintiern durch den

62) ap. Scliol. Apollon. I, 1129.

63) Diod. Sic. Y, 64.

64) Creuzer Symb. II. pag. 303.

65) Diod. 1. s. cit,

66) ibid. V. 64.

67) Clemens. Strom. I. p. 420.

68) Marm. Oxon. epoch. 11.

69) Hellanicus bei Creuzer II. pag. 303.

70) Diod. V, 64.

71) ibid.
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